Cybersicherheit
Alt-Systeme in Industrieumgebungen schützen

Ein Gastbeitrag von Klaus Stolper* 4 min Lesedauer

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OT-Systeme sind erstaunlich langlebig. Längst abgekündigte Betriebssysteme und Programme stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar, können aber oft nicht einfach ersetzt werden. Wie schützt man solche Systeme richtig?

Die oft veralteten Produktionssysteme sind durch ihre Internetanbindung anfällig für Cyber-Kriminalität und stellen ein erhebliches Risiko dar, da ein Austausch oder Update kaum möglich ist.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die oft veralteten Produktionssysteme sind durch ihre Internetanbindung anfällig für Cyber-Kriminalität und stellen ein erhebliches Risiko dar, da ein Austausch oder Update kaum möglich ist.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

In vielen Unternehmen lautet eine der wichtigsten Fragen bezüglich der Betriebstechnologie (Operational Technology, OT): Wie schützt man die sogenannten Alt-Systeme richtig? Gerade im OT-Bereich ist sehr oft veraltete Software im Einsatz, denn die Geräte und Maschinen in den Produktionsumgebungen wurden oft vor 10, 15 oder gar 20 Jahren angeschafft. Entsprechend alt sind auch die Betriebssysteme, beispielsweise Windows XP und noch ältere Versionen. Sie bieten mittlerweile keine oder nur rudimentäre Sicherheitskonzepte. Allerdings können diese alten Maschinen, wenn sie überhaupt noch unterstützt werden, nicht einfach mit einem Patch oder Update versehen werden, wie dies in der IT-Umgebung möglich ist. Im Weg steht die Ausfallsicherheit, denn zur Aktualisierung muss die Maschine wahrscheinlich abgeschaltet werden, was zum Stillstand der Produktion und damit zu einem finanziellen Schaden führen kann, der schnell in die Millionen geht. Dies sind völlig andere Voraussetzung als in der IT-Sicherheit, wo der Ausfall eines Computers in der Büro-IT einfacher verkraftet werden kann.

Im Zuge der digitalen Transformation und von Industrie 4.0 werden diese veralteten Systeme jedoch zuerst ans interne Unternehmensnetzwerk und dadurch schließlich ans Internet angeschlossen – mit verheerenden Folgen, denn diese ungesicherten Alt-Systeme mit teils bekannten Schwachstellen waren nie für diese Vernetzung gedacht und öffnen nun Hackern Tür und Tor ins Unternehmensnetz. Eine erfolgreiche Infiltration bzw. ein damit einhergehender Ausfall kann im OT-Bereich verheerende Folgen nach sich ziehen: Produktionsausfall mit enormen finanziellen Einbußen, Geldstrafen oder Maschinenschäden bis hin zu lebensbedrohlichen Worst-Case-Szenarien im Falle von beispielsweise der chemischen Industrie. Doch Unternehmen müssen diesen Schritt der Vernetzung ihrer Anlagen gehen, um langfristig konkurrenzfähig bleiben zu können, weil dies die Produktivität und Effizient erhöht. Ein Dilemma.

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