Finanzen
SAP und Co – Wie Sie mit Tech-Giganten erfolgreich verhandeln

Ein Gastbeitrag von René Schumann 5 min Lesedauer

Große Tech-Konzerne wie SAP, Oracle, Microsoft, Salesforce, Alphabet oder Meta nutzen ihre monopolistische Marktposition zu drastischen Preiserhöhungen. Doch es gibt Hebel, um sich zu wehren.

Tech-Giganten sitzen bei Verhandlungen oft am längeren Hebel. Trotzdem müssen Mittelständler sich nicht alles gefallen lassen. (Bild:  ©Freepik - stock.adobe.com)
Tech-Giganten sitzen bei Verhandlungen oft am längeren Hebel. Trotzdem müssen Mittelständler sich nicht alles gefallen lassen.
(Bild: ©Freepik - stock.adobe.com)

Diesen Fall schilderte kürzlich ein Reporter der „Wirtschaftswoche“: Vor einiger Zeit hatte ein Verlag Lizenzen für vier Anwendungen des Walldorfer Softwarehauses SAP gekauft, dann aber feststellen müssen, dass er zwei nicht benötigt. Umso überraschter war er, dass er trotzdem Gebühren für die Wartung der ungenutzten Software zahlen musste – pro Jahr ein hoher fünfstelliger Betrag. Erst mithilfe eines externen Beraters gelang es dem Unternehmen, einen Preisnachlass zu erhalten. Seinen Namen möchte der Verlag nicht genannt wissen: Denn ohne Stillschweigeabkommen gewährt SAP weder Nachverhandlungen noch einen Nachlass.

Kein Einzelfall. Als Berater werden wir derzeit häufig von Kunden der großen monopolistischen Tech-Anbieter wie SAP, Microsoft oder Salesforce, aber auch Alphabet und Meta angefragt, weil diese ihre Marktmacht gnadenlos ausspielen, um Kunden einseitig ihre Konditionen zu diktieren und drastische Preiserhöhungen durchzusetzen, die weit über die aktuelle Inflation hinausgehen. So hat Microsoft zum 1. März die Preise flächendeckend um 8 bis 25 Prozent angehoben. Und SAP-Kunden klagen über Druck und höhere Preise im Zuge der S/4 Hana-Migration.