Daten als Geisel
Ransomware-Super-GAU: Warum Backups nicht ausreichen

Ein Gastbeitrag von Reinhard Zimmer* 5 min Lesedauer

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Erfolgreiche Ransomware-Angriffe auf Unternehmen sind heutzutage leider eine alltägliche Schreckensmeldung. Die Wirkung von Backups wird dabei oft überschätzt und reicht als Schutz gegen Ransomware nicht aus, da die Wiederherstellung sehr lange dauern kann.

In der heutigen Bedrohungslandschaft wissen Ransomware-Angreifer genau, wann ein Angriff den größten Schaden anrichten kann.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
In der heutigen Bedrohungslandschaft wissen Ransomware-Angreifer genau, wann ein Angriff den größten Schaden anrichten kann.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Ransomware-Angriffe sind eine Gefahr für alle Unternehmen, die Daten für ihre Arbeit benötigen. Zwar gibt es an sich keinen guten Zeitpunkt, um Opfer eines Ransomware-Angriffes zu werden, doch kann es Firmen sehr wohl zu äußerst ungünstige Zeitpunkte treffen. Nämlich dann, wenn ein Unternehmen am verwundbarsten ist. Die Hauptreisezeit wäre für einen Reiseveranstalter beispielsweise ein eher schlechter Zeitpunkt, der im schlimmsten Fall das Bestehen des Unternehmens gefährden kann. Auch für Onlinehändler gibt es den Zeitpunkt eines Ransomware-Super-GAUs: Die Vorweihnachtszeit etwa, wenn sehr viele Kunden ihre Weihnachtseinkäufe erledigen. Wann Unternehmen aufgrund ihres Geschäfts Angriffe am schlechtesten wegstecken können, wissen die Hacker ebenfalls – und warten mitunter auf den richtigen Moment, um ihren Angriff zu starten. Im schlimmsten Fall sind die Hacker bereits in einer Umgebung verankert und passen nur den besten Zeitpunkt ab, um die Daten zu verschlüsseln. Sind die Daten zum ungünstigsten Zeitpunkt erst einmal verschlüsselt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen das erpresste Lösegeld bezahlt, um die dringend benötigten Systeme schnell wieder zum Laufen zu bringen.

Wiederherstellung kann Tage bis Wochen dauern

Idealerweise sind die Abwehrmaßnahmen eines Unternehmens so gut, dass es erst gar nicht Opfer einer erfolgreichen Ransomware-Attacke wird. Die tagtäglichen Meldungen über erfolgreiche Attacken lehren uns allerdings, dass es eine hundertprozentige Abwehr gegen die gewieften Angreifer derzeit noch nicht gibt. Damit sollten Firmen auf die zweitbeste Abwehr setzen: Lassen sich Systeme schnell wiederherstellen, nimmt das den Angreifer den Wind aus den Segeln. In der Realität ist die schnelle Wiederherstellung jedoch nicht so einfach. Der Hauptgrund hierfür ist, dass Unternehmen auch für ihre kritischen Anwendungen auf veraltete Backup-Technologien setzen. Das mag bei sehr kleinen Umgebungen vielleicht noch funktionieren. Bei größeren kann die Wiederherstellung jedoch Tage oder Wochen dauern. Wie kommt es jedoch dazu, dass gehackte Unternehmen eine derart lange Zeit benötigen, um ihre IT wieder ans Laufen zu bringen?