Produktschutz QR-Code ist digitaler Produktpass und Markenschutz zugleich

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Forschende am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam bündeln herkömmliche Produktinformationen, Daten für den digitalen Produktpass und eine Echtheitsprüfung jetzt in einem einzigen fälschungssicheren QR-Code.

Hersteller speichern die Seriennummer und den individuellen Fingerabdruck der Verpackung oder des Produkts in einer Datenbank. Bei Bedarf können Mitarbeitende den QR-Code und die Oberflächenmerkmale mithilfe einer App auslesen.(Bild:  Fraunhofer-IAP)
Hersteller speichern die Seriennummer und den individuellen Fingerabdruck der Verpackung oder des Produkts in einer Datenbank. Bei Bedarf können Mitarbeitende den QR-Code und die Oberflächenmerkmale mithilfe einer App auslesen.
(Bild: Fraunhofer-IAP)

Die Forschungsergebnisse des Fraunhofer-IAP sind vor allem für solche Akteure interessant, die neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen auch den Produktschutz und die Rückverfolgbarkeit sicherstellen wollen, wie es aus Potsdam heißt. Das Identifikationssystem „SmartID“ integriert dazu die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen fälschungssicheren QR-Code. Per App kann dieser Code und die Oberflächenmerkmale von Herstellern, dem Handel sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern ausgelesen werden. So lässt sich die Echtheit einer Ware prüfen oder weiterführende Informationen zum Produkt erhalten.

Unser Identifikationssystem ,SmartID‘ bindet die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen QR-Code ein.

Dr. Tobias Jochum, Projektkoordinator beim Fraunhofer-IAP

Der klassische Strichcode, der nach 50 Jahren langsam in Rente geht (wir berichteten), soll ab 2027 von 2D-Barcodes wie dem QR-Code ergänzt werden. Neue gesetzliche Anforderungen in der EU verlangen, dass Produkte und Verpackungen künftig deutlich mehr Informationen tragen sollen, als das mit dem bisher eingesetzten Barcode möglich ist. In Zukunft sollen beispielsweise das Produktionsdatum, die Materialzusammensetzung, die Chargennummer, die Herkunft oder das Ablaufdatum enthalten sein.

Wie funktioniert das Ganze?

Jede Oberfläche, ob Verpackung oder Produkt, weist einzigartige Strukturen mit Höhen und Tiefen im Submillimeterbereich auf, die mit dem menschlichen Auge nicht zu erkennen sind. Ein Kamerasystem gewinnt aus den natürlichen Mikrostrukturen einen individuellen und einzigartigen Fingerabdruck des Produkts oder der Verpackung. Zusammen mit einer Seriennummer und den weiterführenden Informationen aus dem digitalen Produktpass wird dieser Fingerabdruck in einem QR-Code hinterlegt. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) haben dafür eigens eine Software entwickelt, die in bestehende Druckstraßen und ihre Kamerasysteme leicht integriert werden kann. Der QR-Code wird auf die Oberfläche der Ware oder Verpackung gedruckt und dient zukünftig als Baustein, um Produktschutz und digitalen Produktpass zu vereinen, wie es heißt.

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