Interview
Pilz-Innovationsmanager Stark: „Ein Roboter selbst kann nicht sicher sein“

Von Jürgen Schreier 11 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mensch und Roboter sind heute oft schon Kollegen. Für welche Anwendungen sich diese Zusammenarbeit überhaupt eignet, wie sich diese durch neue Technologien verändert und welchen Einfluss das Thema Sicherheit dabei hat, erklärt Klaus Stark, Innovationsmanager bei Pilz, im Interview.

Klaus Stark ist Leiter Innovationsmanagement bei Pilz.(Bild:  Pilz)
Klaus Stark ist Leiter Innovationsmanagement bei Pilz.
(Bild: Pilz)

Welche Anwendungen eignen sich für eine Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) überhaupt?

Eigentlich alle Anwendungen, bei denen man die jeweiligen Stärken des Menschen und der Maschine, sprich des Roboters, besonders gut kombinieren kann. Da machen MRK-Anwendungen Sinn. Der Roboter hat gewisse Vorzüge. Er kann beispielsweise äußerst genau und ohne müde zu werden arbeiten. Der Mensch wiederum, ist kreativ, kann Entscheidungen treffen, kann Dinge einfach auch anders bewerten. Es gibt viele Bereiche, in denen der Mensch durch seine Augen, durch Fingerfertigkeit, durch Sensorik sehr viel früher spürt, ob ein Prozess richtig ist, ob er qualitativ sauber ist. Um den Roboter dazu in die Lage zu versetzen, würde sonst eine Vielzahl an Sensorik benötigt. Insoweit hat der Mensch Eigenschaften, die man sonst nur mit einem hohen Aufwand technisch leisten könnte. MRK ist auch dort interessant, wo man wechselnde Einsatzfälle hat, wo nicht immer die gleiche Abfolge von Tätigkeiten zu erledigen ist, oder wo schwere Teile zu handhaben sind. Und insoweit testet heute z. B. die Automobilindustrie die Mensch-Roboter-Kollaboration aus - eine Branche, die in der Robotik schon immer Vorreiter war. Testen ist vielleicht ein zu schwaches Wort. In der Automobilindustrie sind vielfältige prototypische Anlagen im Einsatz, mit denen sie ihre Erfahrungen sammelt.