Open-Source-Software
Erfolgsfaktor Community: Unternehmen müssen sich für Open Source fit machen

Ein Gastbeitrag von Carina Culotta* 7 min Lesedauer

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Unausgereifte Software, offene rechtliche Fragen, Sicherheitslücken: Eine Publikation des Forschungsbeirats Industrie 4.0 / Acatech kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen Bedenken beim Einsatz von Open Source-Software entgegenwirken können – und müssen.

Der Einsatz von Open-Source-Software bietet viele Vorteile, darunter Kosteneinsparungen, hohe Codequalität und die Möglichkeit, eigene Beiträge zu leisten. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der Einsatz von Open-Source-Software bietet viele Vorteile, darunter Kosteneinsparungen, hohe Codequalität und die Möglichkeit, eigene Beiträge zu leisten.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Offene Software ist in Zeiten des Internets zum Massenprodukt geworden. Nie war es leichter, Zugang zu Open-Source-Projekten zu erhalten oder eigenen Code über Plattformen wie Github bereitzustellen. Der Computer-Nerd, der in der elterlichen Garage für den guten Zweck codet, gehört längst der Vergangenheit an. Eine Vielzahl von Open-Source-Programmen wird inzwischen von großen Konzernen erstellt, die diese über Plattformen anderen Unternehmen und privaten Nutzern frei zur Verfügung stellen. In Deutschland allerdings ist das Bild von Open Source häufig noch ein anderes: In der Expertise „Open Source als Innovationstreiber für Industrie 4.0“ des Forschungsbeirats Industrie 4.0 / Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften nennen die für die Untersuchung befragten Experten eine Vielzahl möglicher Bedenken gegen den Einsatz von Open-Source-Software. Dabei ist anzumerken, dass die Befragten selbst, die aus Großkonzernen, kleinen und mittleren Unternehmen wie auch Verbänden kommen, der Nutzung und Bereitstellung von Open-Source-Software sehr positiv gegenüberstehen.

Die Experten betonen in der Studie, dass Unternehmen jedoch eher unsicher in Bezug auf die Verwendung von Open-Source-Software sind, als grundsätzlich ablehnend. Wissensdefizite hinsichtlich des Konzepts und der positiven Effekte von Open-Source-Software führen dazu, dass Schlagzeilen über unausgereifte, ungeprüfte oder veraltete Open-Source-Software und Sicherheitslücken auf fruchtbaren Boden fallen. Insbesondere Unternehmen ohne große oder eigene IT-Abteilungen setzen deshalb nach wie vor auf proprietäre Produkte mit entsprechendem Kundensupport. Auch der aktuelle Open Source Monitor 2023 des Digitalverbands Bitkom e. V. bestätigt, dass die häufigsten Gründe, die aus Unternehmenssicht gegen eine Verwendung von Open-Source-Software sprechen, fehlendes Know-how in Form von Fachkräften (14 Prozent) und Unsicherheiten in Bezug auf rechtliche Fragestellungen (14 Prozent) sind. Auch der fehlende kommerzielle Support wird mit rund acht Prozent relativ häufig als Hemmnis für den Einsatz von Open-Source-Software genannt.„Open Source als Innovationstreiber für Industrie 4.0“