Virtual Reality

Mit dem virtuellen Fahrlehrer zum Führerschein

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„Die Fahrschüler absolvieren ihre Übungsfahrten in einer virtuellen Welt, die vollständig auf Daten von Geoinformationssystemen basiert“, so Ovtcharova. Für die Erzeugung dieser Umgebung nutzt DriveSim die Projektionstechnik für Virtual Reality. Die Blicke des Fahrschülers werden durch ein Eye-Tracking-System verfolgt, sodass ihm die Umgebung jeweils aus dem richtigen Winkel eingespielt wird.

Die Projektion auf eine Wand vor dem Fahrzeug und drei Monitore für die Rückspiegel präsentieren dem Fahrschüler die dreidimensionale künstliche Umwelt. So lassen sich wechselnde Fahrumgebungen generieren, etwa die dem Schüler bekannten Straßenzüge seiner Nachbarschaft, aber auch unterschiedliche Verkehrssituationen, Wetterlagen und Fahrbahneigenschaften.

Ein intelligentes Tutoring-System übernimmt die Rolle eines virtuellen Fahrlehrers. Es blendet Hinweise zum Beispiel zur Fahrgeschwindigkeit in die Projektion ein, weist auf Gefahren hin, erkennt Fahrfehler und wertet das Fahrverhalten des jeweiligen Schülers aus, um seinen individuellen Lernfortschritt zu dokumentieren. Der reale Fahrlehrer kann diese Auswertung nutzen, um neue, an das aktuelle Können des Schülers angepasste Fahraufgaben zu konfigurieren.

Ein chinesischer Ingenieur, der das KIT – seine einstige Ausbildungsstätte – im Sommer 2016 mit einer Delegation besuchte, erkannte das Marktpotenzial der DriveSim zugrunde liegenden Software-Entwicklung am KIT sehr schnell. „Innerhalb von fünf Minuten sagte er, lasst uns daraus ein Produkt machen“, erinnert sich Ovtcharova.

Im September 2016 startete das auf zwei Jahre angelegte Entwicklungsprojekt mit dem Industriepartner tuobaba Technology (TBB) in der rund 200 Kilometer südwestlich von Shanghai gelegenen Stadt Hangzhou und dem Jiangyin Sino-German Technology Tansfer Center als weiterem Kooperationspartner. Die Hardwarekonfiguration für den Fahrsimulator wird federführend vom KIT entwickelt, die Softwarelösung entsteht vollständig am KIT.

Die chinesische Seite baut unter anderem die notwendige Server-Infrastruktur auf und wird für die Fernwartung der Fahrsimulatoren zuständig sein. „DriveSim ist ein Pionierprojekt des deutsch-chinesischen Technologietransfers am KIT“, betont Ovtcharova.

„Innovation ist – neben Forschung und Lehre –eine der drei Kernaufgaben des KIT“, unterstreicht Professor Thomas Hirth, Vizepräsident für Innovation und Internationales am KIT. „Das Projekt DriveSim zeigt beispielhaft wie Innovation als produktorientierte Entwicklung von der Grundlagenforschung hin zur Kommerzialisierung gemeinsam mit einem Industriepartner gelingen kann.“

Unterstützt wird das Projekt DriveSim durch das Innovationsmanagement des KIT, das den Transfer von produktorientierten Forschungsergebnissen mit marktrelevantem Potenzial in die Industrie im Rahmen von gemeinsamen Projekten, sowie Kooperations- und Lizenzverträgen fördert.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS erschienen.

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