Industrie 4.0
MES-System mit mobiler Betriebsdatenerfassung: Mehr Effizienz für Produktionsbetriebe

Ein Gastbeitrag von Dr.-Ing. Florian Winter* 4 min Lesedauer

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Mit seinem MES-System geht Fauser einen großen Schritt in Richtung Internet der Dinge: Mit Hilfe von Bluetooth Beacons werden Lagerorte von Rohstoffen, Halbzeugen und Fertigprodukten geortet. Ein Forschungsprojekt zeigt, wie sich dadurch die Produktionslogistik verbessert.

Die Verknüpfung von Standortinformationen, Kommunikationsmöglichkeiten und aktuellen Entscheidungsgrundlagen verbessert Produktionsabläufe.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Die Verknüpfung von Standortinformationen, Kommunikationsmöglichkeiten und aktuellen Entscheidungsgrundlagen verbessert Produktionsabläufe.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In Projekten der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge spielt der Austausch von Nachrichten zwischen Material, Maschinen und fertigen Produkten eine große Rolle. Bisher beschränkt sich die Erfassung von Betriebsdaten allerdings auf stationäre Terminals, an welchen manuell oder per Barcode Eingaben getätigt werden, die zu den jeweiligen Prozessschritten gehören. Anders ist in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (kurz: BMWi) geförderten Forschungsprojekt am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (kurz: IFW) der Leibniz-Universität Hannover: Mit den Projektpartnern ATS Electronic als Hersteller von Funktechnologie, Fauser als Entwickler von ERP/MES-Software und einem mittelständischen Fertigungsbetrieb, wurde von Oktober 2019 bis März 2022 ein Lokalisierungs- und Kommunikationssystem zur betriebsbegleitenden Fertigungsplanung und Steuerung für metallbearbeitende Betriebe (kurz: Lokofer) entwickelt. Im Rahmen von Lokofer sollten Positions-, Betriebs- und Maschinendaten in das Manufacturing Execution System (kurz: MES) von Fauser eingepflegt werden.

Neues Transportmedium

Dazu werden die Positions-, Betriebs- und Maschinendaten auf Bluetooth-Sendern gespeichert, die als Transportmedien fungieren. Diese Beacons kommunizieren über Bluetooth Low Energy (BLE) sowie Bluetooth 5. Die Beacons werden zum Auftragsstart über ein Schreib-Lesegerät zur Near Field Communication (kurz: NFC) mit den notwendigen Fertigungsinformationen beschrieben. Dazu gehören Arbeitsplan, technische Zeichnung, Materialbestellung mit Lagerort, Maschinenprogramme, Werkzeuglisten sowie Rüstpläne. Der Beacon wird anschließend mit dem Rohmaterial der Fertigung übergeben und begleitet es über alle Bearbeitungsstationen durch die Fertigung.