Gesundheitsmanagement 4.0
M-sense: die App gegen Migräne am Arbeitsplatz

Von Jürgen Schreier 6 min Lesedauer

Der Arbeitsplatz bietet eine Fülle von Trigger-Faktoren, die einen Migräneschub auslösen können. Helfen kann hier die App M-sense. Diese trackt nicht nur die Auslöser und Symptome der Migräneattacken, sondern analysiert auf der Basis dieser Daten auch das individuelle Kopfschmerzmuster und optimiert die Therapie.

Flackernder Bildschirm, grelles Neonlicht, stickige Luft, laute Geräusche und Stress: Oft ist ein Migräneschub die Folge. Die Fehlerquote erhöht sich und Arbeitsabläufe verlangsamen sich. An Weiterarbeiten ist dann nicht mehr zu denken.(Bild:   / CC0)
Flackernder Bildschirm, grelles Neonlicht, stickige Luft, laute Geräusche und Stress: Oft ist ein Migräneschub die Folge. Die Fehlerquote erhöht sich und Arbeitsabläufe verlangsamen sich. An Weiterarbeiten ist dann nicht mehr zu denken.
(Bild: / CC0)

Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit? Für viele Migränepatienten ist das Alltag. Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen schleppt sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit – aus Angst einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Zum Tag der Arbeit berichten Migränepatienten und Nutzer der Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense von ihrem Arbeitsalltag und verraten, wie sie sich von Vorurteilen abgrenzen und Akzeptanz bei Chefs und Kollegen erreichen.

Migräne geht einher mit eingeschränkter Produktivität

„Dieses ständige Unverständnis oder die beiläufigen lächerlichen Bemerkungen über meine Migräne haben mich so weit gebracht, dass ich mich dort nicht mehr wohl gefühlt habe. Ich bin, selbst wenn es mir super ging, nicht mehr gerne auf die Arbeit gegangen“, berichtet Marie. So wie der jungen Grafikerin aus München geht es vielen. Der Arbeitsausfall durch Fehltage aufgrund von Migräneattacken entspricht jedes Jahr der Jahresarbeitszeit von 185.000 Vollerwerbstätigen. Dadurch entstehen auch für Arbeitgeber hohe Kosten. Hinzu kommt eine eingeschränkte Produktivität am Arbeitsplatz, wenn Betroffene sich doch zur Arbeit schleppen. Diese sozioökonomischen Kosten belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr.