Innovative Entwicklungsprozesse
Low Code und Connected Engineering: eine innovative Symbiose

Ein Gastbeitrag von Dr. Moritz Maier* 4 min Lesedauer

Neue Technologien revolutionieren die Ingenieurswelt in rasantem Tempo. Wie können Unternehmen davon profitieren und ihre Angestellten vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels digital befähigen – ohne dass alle Ingenieure über Nacht zu Developern umschulen müssen?

Eine universelle Plattform bietet im Idealfall Schnittstellen zu allen notwendigen Anwendungen im Produktentwicklungsprozess eines Unternehmens.(Bild:  Synera)
Eine universelle Plattform bietet im Idealfall Schnittstellen zu allen notwendigen Anwendungen im Produktentwicklungsprozess eines Unternehmens.
(Bild: Synera)

Der traditionelle Entwicklungsprozess für Produkte oder Bauteile ist aufwendig: Er umfasst verschiedenste Abteilungen und viele Iterationen durch fragmentierte digitale Insellösungen für die einzelnen Prozessschritte – vom Requirements Management (kurz: RM) und Computer Aided Design (kurz: CAD) über Finite Element Analysis (kurz: FEA) bis hin zur Computer Aided Manufacturing (kurz: CAM). Gleichzeitig werden Hardware-Produkte immer komplexer und müssen immer schneller auf den Markt. Im Zuge des demografischen Wandels sind Unternehmen außerdem damit konfrontiert, dass Spezialisten mit über Jahrzehnte gewachsenem Fach-, Organisations- und Branchenwissen den Arbeitsmarkt verlassen. Ein anhaltender Mangel an Fachkräftenachwuchs beeinträchtigt die Produktivität zusätzlich: Weniger Personal muss mit weniger Fachwissen immer mehr und immer komplexere Aufgaben bewältigen.

Low Code vs. herkömmliche Programmierung

Vereinfachen, verkürzen, automatisieren, digitalisieren: Immer, wenn Prozesse im Engineering effizienter gestaltet werden sollen, sind Mitarbeitende mit IT- oder Programmierkenntnissen gefragt. Doch in vielen Unternehmen gibt es nur einen externen IT-Support oder kleine IT-Teams. Diese Digital-Experten haben zu wenige Kapazitäten, um die Fachbereiche bei ihrer inhaltlichen Arbeit zu unterstützen. Je mehr Abteilungen ihre Produktentwicklungsprozesse digitalisieren oder anderweitig vereinfachen wollen, desto größer wird der Rückstand und damit die Wartezeit. So wird die IT zum neuen Nadelöhr im Produktentwicklungsprozess. Genau hier setzt das Low-Code-Prinzip an.