Transparente Supply Chain
Mit Process Mining die Lieferkette optimieren und Nachhaltigkeitsziele erreichen

Ein Gastbeitrag von Janina Bauer* 4 min Lesedauer

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Unternehmen sehen sich mit einer zunehmenden Komplexität der Lieferkette konfrontiert. Das EU-Lieferkettengesetz birgt zusätzliche Herausforderungen. Process Mining kann dabei unterstützen, Prozesse effizienter zu gestalten und Wertschöpfungsketten nachhaltig zu verbessern.

Process Mining kann Unternehmen bei der Erfüllung der neuen Kontroll- und Dokumentationspflichten des EU-Lieferkettengesetzes unterstützen.(Bild:  frei lizenziert / Pexels)
Process Mining kann Unternehmen bei der Erfüllung der neuen Kontroll- und Dokumentationspflichten des EU-Lieferkettengesetzes unterstützen.
(Bild: frei lizenziert / Pexels)

Aufgrund der Komplexität der Lieferketten und der unterschiedlichen Erwartungen der involvierten Akteure wird es zunehmend schwieriger, die verschiedenen Anforderungen an Supply Chains zu erfüllen. Schnelle Veränderungen des Konsumverhaltens und der Kundenerwartungen haben einen enormen Einfluss auf die Einhaltung von Service Levels. Unvorhersehbare Angebots- und Nachfrageschwankungen belasten das Betriebskapital und erschweren das Bestandsmanagement. Inflation, steigende Rohstoffkosten und knappe Ressourcen machen zudem die Kostenkontrolle schwieriger. Diese Komplexität zu managen und gleichzeitig die Anforderungen des neuen EU-Lieferkettengesetzes zu erfüllen, ist keine leichte Aufgabe für Unternehmen.

Ab 2027 sollen die Vorgaben der EU-Richtlinie für europäische Organisationen zur Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards in ihren Lieferketten national umgesetzt werden. Sie gelten zunächst für Firmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und mindestens 1,5 Milliarden Euro Umsatz weltweit. Diese Grenzen sinken jährlich, ab 2029 greift die Regelung für Unternehmen mit 1.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 450 Millionen Euro. Laut EU-Verordnung können Firmen für Sorgfaltspflichtverletzungen haftbar gemacht und auf Schadensersatz verklagt werden. Zudem gelten die Verpflichtungen des EU-Gesetzes nicht nur für eigene Unternehmensaktivitäten, sondern ebenso für die von Lieferanten und Geschäftspartnern. Entsprechend müssen Unternehmen ihre gesamte Lieferkette auf Verstöße gegen Menschen- und Arbeitsrechte sowie gegen den Umweltschutz überprüfen. Dafür gilt es künftig zu dokumentieren, dass importierte Produkte aus Drittländern dort nicht zu Kinderarbeit oder Umweltschäden führen. Das bedeutet: Unternehmen müssen relevante Informationen über ihre gesamte Lieferkette nicht nur einmalig, sondern kontinuierlich und möglichst automatisiert erfassen.