Wer erfand eigentlich das Internet der Dinge?
Kurt Steinbuch - ein IT-Visionär feiert Geburtstag

Von Jürgen Schreier 4 min Lesedauer

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Karl Steinbuch gilt als Mitbegründer der Informatik. 2017 wäre der Visionär des digitalen Zeitalters 100 Jahre alt geworden. Vor fast 60 Jahren wurde er Professor in Karlsruhe, wo sich früh mit künstlicher Intelligenz sowie dem Konzept einer Vernetzung von Computern und Gegenständen befasste.

Prof. Dr. Karl Steinbuch erregte auch als Zukunftsforscher Aufsehen, indem er erstaunliche Voraussagen traf. Etwa, dass wir uns nach dem Jahr 2000 auf tragbaren Minicomputern Filme und Textnachrichten ansehen würden. (Bild:  KIT)
Prof. Dr. Karl Steinbuch erregte auch als Zukunftsforscher Aufsehen, indem er erstaunliche Voraussagen traf. Etwa, dass wir uns nach dem Jahr 2000 auf tragbaren Minicomputern Filme und Textnachrichten ansehen würden.
(Bild: KIT)

Eines vorab: Karl Steinbuch war weder Informatiker noch Computerexperte. Denn als der studierte Physiker im Frühjahr 1958 seine Professor an der damaligen Technischen Hochschule in Karlsruhe antrat, gab es dort nicht einmal einen Computer. Dass sich in dieser Bildungs- und Forschungseinrichtung einmal eine ganze Fakultät der automatischen Informationsverarbeitung widmen würde, ahnte damals wohl nicht einmal der eigentlich schon immer sehr weitblickende Steinbuch.

Steinbuch hielt über 70 IT-Patente

Bei einer Kommunikationstechnik-Firma in seiner Heimatstadt Stuttgart hatte er zuvor zwar schon ein sogenanntes „Informatik-System“ entwickelt. Dieser erste deutsche mit Halbleitertechnik Rechner kam im Vertrieb des heute nicht mehr existierenden Fürther Versandhauses Quelle zum Einsatz, das mit seinem Vertriebskonzept weiland den B2C-Markt "aufmischte". Von der freien Programmierbarkeit war Steinbuchs "Computer" aber noch weit entfernt. Als dann eine Dekade später ein deutscher Name für die Computerwissenschaften gesucht wurde, setzte sich der von Steinbuch geprägte Begriff „Informatik“ durch.