Wissensmanagement
KI meets AR – Wunderwaffe gegen Fachkräftemangel?

Ein Gastbeitrag von Thorsten Wujek* 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Fachkräftemangel ist gekommen, um zu bleiben. Technologische Game Changer geben aber in vielen Fällen Anlass zur Hoffnung. Denn wenn KI auf AR (Augmented Reality) trifft, bieten sich unzählige Möglichkeiten. Doch auf was müssen Unternehmen dabei achten?

Eine Lösung für die Herausforderung beim Einsatz von Augmented Reality ist die Kombination aus KI und AR. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Eine Lösung für die Herausforderung beim Einsatz von Augmented Reality ist die Kombination aus KI und AR.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Folgenden Satz haben wir bei nahezu all unseren kleineren Kunden aus der Industrie schon gehört: „Wenn wir diesen oder jenen Fehler-Code haben, dann fragen wir den XY. Der ist schon 30 Jahre bei uns im Unternehmen; der kennt diesen Fehler bestimmt und weiß, was wir dann tun müssen“. Mit diesem Satz haben die Kollegen in der Regel auch absolut recht – doch was passiert, wenn XY demnächst in Rente geht? In den meisten Betrieben verlässt dann nicht nur der Mensch das Unternehmen, sondern es verschwinden auch sein Know-how und das Bauchgefühl des erfahrenen Experten. Dieser Braindrain stellt Firmen vor ein echtes Problem – und der Fachkräftemangel verschlimmert diese Entwicklung noch: Denn während sich auf der einen Seite erfahrene Mitarbeitende in den Ruhestand verabschieden, kommen auf der anderen Seite keine Nachwuchskräfte nach, die aufgrund ihrer Qualifikation die Arbeit problemlos fortführen können. Die Konsequenz? Management und Führungskräfte, die sich verstärkt Gedanken machen müssen, wie sie wertvolles Wissen digital ins Unternehmen überführen.

Warum AR allein nicht weiterhilft

Lange galt Augmented Reality als große Hoffnung in der Produktion und in der Montage. Egal, ob zentral gesteuerte Weiterbildungen an weltweit verteilten Standorten oder Remote-Unterstützung von weniger erfahrenen Technikern durch hoch qualifizierte Kollegen: Für viele Use Cases schien AR die perfekte Lösung zu sein. Allerdings scheiterten zahlreiche Ansätze an den Gegebenheiten in der Praxis – sei es durch Zeitverschiebungen, die eine Zusammenarbeit von Kollegen in unterschiedlichen Zeitzonen unmöglich machten, bis hin zu Schwierigkeiten bei Leitungskapazitäten oder -geschwindigkeiten. Dies führt beispielsweise zu Situationen, in denen gerade jemand eine Maschine halb auseinandergebaut hat und plötzlich die Verbindung abbricht – was macht man dann? Aus diesen Gründen hat der Einsatz von AR in der Industrie wieder abgenommen, obwohl die Technologie an sich enorme Vorteile bietet, darunter z. B. Ersparnisse, da der Bau von Prototypen dank der Visualisierung mit AR obsolet wird oder die Unterstützung von Mitarbeitenden, die von Smart Glasses auf gefährliche Situationen hingewiesen werden.