Robotrechtler Eric Hilgendorf
Kein Langweiler, sondern Jurist

Von Jürgen Schreier 6 min Lesedauer

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„Eine gewisse Pedanterie, ein gewisser Konservatismus gehört zum Juristen dazu“, erklärt Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf auf die Frage, wieso viele in seinem Berufsfeld gemeinhin als Langweiler gelten. Der Würzburger Jurist mit KI-Expertise versucht gar nicht erst, das Vorurteil des realitätsfernen Paragraphen-Wühlers zu widerlegen. Hat er auch nicht nötig.

Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik und Leiter der Forschungsstelle RobotRecht an der Universität Würzburg.(Bild:  Nils Güntner)
Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik und Leiter der Forschungsstelle RobotRecht an der Universität Würzburg.
(Bild: Nils Güntner)

Und dennoch: Als Prof. Hilgendorf am Montagnachmittag pünktlich den Hörsaal zur Vorlesung „Rechtsphilosophie II“ betritt, erweckt er durchaus den Eindruck eines Bilderbuch-Juristen. Grauer Anzug, lila Krawatte und leicht verstrubbelte, dunkelbraune Haare, die an den Seiten bereits grau geworden sind. Er führt die Vorlesung wie ein Geschichtenleser, steht stationär am Pult und gestikuliert mit der rechten Hand, während die linke seine Brille hält. Vereinzelt stellt er Fragen, beantwortet diese jedoch rasch selbst, wenn sich niemand meldet.

Erst nach ein paar Minuten bröckelt das vorgefertigte Bild des Juristen langsam und der Mensch hinter dem Professor und Lehrstuhlinhaber für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Julius-Maximilians-Universität kommt zum Vorschein. Dann erst fällt auf, dass er oft verschmitzt lächelt, dass er den Saal permanent nach Wortmeldungen scannt und dass er die Vorlesung gerne mit Anekdoten anreichert.