Kommentar
Kann Künstliche Intelligenz kreativ sein?

Von Nico Litzel 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

IBM Watson oder AlphaZero zeigen eindrücklich, wozu Künstliche Intelligenz (KI) heute schon in der Lage ist und wie rasant die Entwicklung in diesem Feld voranschreitet. Dass Maschinen nicht nur intelligent, sondern auch kreativ werden, sollte also nur eine Frage der Zeit sein, oder?

Kreativität ist nicht gleich Kreativität – doch hat KI auf diesem Feld überhaupt eine Chance?(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Kreativität ist nicht gleich Kreativität – doch hat KI auf diesem Feld überhaupt eine Chance?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Was ist Kreativität? Laut Marcus du Sautoy, einem Mathematiker und Professor an der Oxford University, gibt es drei Arten davon: Explorative Kreativität benutzt bekannte Regeln und findet in deren Rahmen neue Lösungen für bestehende Probleme – beispielsweise Wege aus einem Labyrinth oder neue Kombinationen von Schachzügen. Demgegenüber verbindet kombinatorische Kreativität zwei komplett unterschiedliche Ideen, um mithilfe von Assoziationen Neues zu erschaffen – so verknüpfte beispielsweise das Smartphone die bestehenden Konzepte des Telefonierens und Fotografierens mit durchschlagendem Erfolg.

Die dritte Variante, nämlich die transformative Kreativität, ist am schwierigsten zu begreifen. Sie scheint aus dem Nichts zu kommen und bricht mit bestehenden Regeln. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist Einsteins Relativitätstheorie. Welche Arten von Kreativität KI erlernen kann, wird aktuell noch diskutiert. Doch einige Aspekte davon gehören bereits zum Repertoire von KI-Lösungen.