Fraunhofer-Umfrage HomeofficeIst digitales Arbeiten die neue Normalität?
Von
Jürgen Schreier
3 min Lesedauer
Im April 2020 hatte Fraunhofer FIT eine Homeoffice-Umfrage gestartet. Anfang Mai wurde eine Auswertung der ersten Woche vorgelegt, nach der 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer im Homeoffice zufrieden waren. Die nun vorliegende Gesamtanalyse bestätigt das Bild.
Das Homeoffice, geboren aus der Corona-Not, wird für immer mehr Werktätige zu einer Herzenangelegenheit. Die Wirtschaft müsse sich darauf einstellen, meint man beim Fraunhofer FIT.
Noch immer befindet sich aufgrund der Covid-19 Pandemie die Belegschaft zahlreicher Unternehmen und Institutionen im Homeoffice. Am 1. April 2020 hatte das Fraunhofer FIT eine Homeoffice-Umfrage gestartet mit dem Ziel, die neue Arbeitssituation wissenschaftlich zu untersuchen. Die Umfrage wird noch fortgeführt, um Veränderungen über die Zeit weiter zu analysieren.
Im Mai 2020 hatte Fraunhofer FIT eine Analyse der ersten Erhebungswoche (1. bis 7. April 2020) mit etwa 500 ausgewerteten Fragebogen vorgestellt. Über 80 Prozent der Befragten – 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer – waren demnach zufrieden im Homeoffice.
Bildergalerie
Die Akzeptanzquoten sind beachtlich
Die nun vorliegende Gesamtauswertung von über 2000 vollständig ausgefüllten Fragebogen bestätigt den damaligen Trend. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen mit dem Homeoffice noch besser zurecht als zuvor. Die Zufriedenheit sowohl von Teammitgliedern als auch von Führungskräften ist weiter gestiegen und liegt nun bei 90 Prozent.
Dies gilt für alle Branchen gleichermaßen, wobei die IT-Branche aufgrund ihrer Affinität zu digitalen Lösungen den höchsten Wert der Zufriedenheit aufweist. Es folgen die Finanzbranche und das produzierende / verarbeitende Gewerbe.
„Nicht nur die Zufriedenheit ist gestiegen. Auch die individuelle Performanz und die Performanz im Team werden nun besser eingeschätzt. Allerdings wird die Teamperformanz geringer bewertet als die individuelle. Dies heißt, individuelle Arbeit funktioniert im Homeoffice besser als Teamarbeit. Bei der Teamleistung hatte die erste Auswertung noch ein stärker gespaltenes Bild gezeigt. Ausschlaggebend dafür waren die Erreichbarkeit der Kolleginnen und Kollegen sowie Probleme mit der technischen Ausstattung. Diese Hindernisse scheinen aber weitgehend überwunden“, so Prof. Wolfgang Prinz, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT.
Professionalisierung beim Einsatz digitaler Kommunikationswerkzeuge
Beispielsweise wurden in der ersten Homeoffice-Explorationsphase noch viele verschiedene Kommunikationswerkzeuge erprobt. Daher wurde auch der Einsatz zu vieler verschiedener Kommunikationsmedien als negativ empfunden. Mittlerweile scheint die Vielzahl der Werkzeuge kein Problem mehr darzustellen, zudem wurden Konventionen zur angemessenen Nutzung gefunden.
Gründe für die gestiegene Performanz und Zufriedenheit liegen nach den Auswertungsergebnissen sehr wahrscheinlich darin, dass die Trennung von Berufs- und Privatleben zunehmend weniger vermisst wird. Ein Faktor hierbei sind wohl auch die Schulöffnungen, die eine geregelte Haushaltsführung erleichtern.
Es gibt aber auch nach wie vor negative Aspekte. Am häufigsten werden die sozialen Kontakte vermisst. Auf die Frage „Was fehlt im Homeoffice?“ antworteten die Befragten, dass der persönliche (85 Prozent) und fachliche Austausch (66 Prozent) fehle. Kaffeepausen und Mittagessen (je rund 65 Prozent) und gemeinsame Kreativ-Sessions (knapp 60 Prozent) werden ebenfalls vermisst. Den Weg zur Arbeit entbehren etwa 20 Prozent der Befragten. Dies erstaunt zunächst, liegt aber wohl darin begründet, dass der Weg zur Arbeit auch für entspannende Dinge wie Lesen oder Radiohören genutzt wird.
Kein einfacher Weg zurück zu alten Büro-Routinen
„Trotzdem bleibt festzuhalten, dass der Zwang zum Homeoffice deutlich mehr positive Aspekte zeigt als erwartet. Für die Unternehmen gibt es keinen einfachen Weg zurück zu alten Büro-Routinen. Stattdessen müssen flexible Konzepte entwickelt werden, die die Anforderungen und Wünsche von Arbeitgebern und -nehmern gleichermaßen erfüllen“, so Prinz.
Aktuell läuft noch die Auswertung der sehr umfangreichen Freitextantworten. Hier sind weitere interessante Ergebnisse insbesondere im Hinblick auf die Wünsche der Teilnehmenden zu erwarten. Die weiteren Ergebnisse werden kontinuierlich auf www.fit4homeoffice.de veröffentlicht.
Dabei lassen sich keineswegs nur "klassische" Bürojobs in den eigenen vier Wänden erledigen, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen.
Auch die Digitalisierung und Automatisierung der materiellen Produktion dürfte durch die Covid-19-Krise - getreu der Erkenntnis "Der Roboter ist immun, der Mensch nicht" - zusätzlichen Rückenwind erhalten. Im Bereich der (Intra-)Logistik ist das sogenannte "Dark Warehouse", also das weitgehend automatisierte Lager, mehr als ein reines Denkmodell.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.