Expertenbeitrag

Dipl-Ing. (BA) Christian Koch

Dipl-Ing. (BA) Christian Koch

Vice President Cybersecurity, NTT DATA

Sicherheitsstandards
IoT-Sicherheitsstandard ist Gebot der Stunde

Von Dipl-Ing. (BA) Christian Koch 3 min Lesedauer

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Die zunehmende IoT-Verbreitung bringt erhebliche Sicherheitsgefahren mit sich. Neben funktionalen Aspekten muss deshalb auch die Sicherheit in den Mittelpunkt rücken: sowohl Hersteller als auch Anwender sind gefordert.

Für Angreifer sind IoT-Geräte mit veralteter Software ein offenes Tor.(Bild:   / CC0)
Für Angreifer sind IoT-Geräte mit veralteter Software ein offenes Tor.
(Bild: / CC0)

Unter den Begriff Internet of Things (IoT) lassen sich im Unternehmensumfeld unterschiedlichste Bereiche subsumieren. Es gibt einerseits die Operational Technology (OT) – etwa aus der Produktionssteuerung und Gebäudetechnik – und andererseits die klassischen IoT-Geräte wie Kameras und Smart-Home-Komponenten. Letztere konzipieren Hersteller primär unter Low-Cost-Gesichtspunkten, das heißt, bei der Entwicklung heben sie auf funktionale Aspekte ab, vernachlässigen die Sicherheit und unterlassen aus Kostengründen auch die Maintenance. So ist es keine Seltenheit, dass sie nach dem erstmaligen Roll-out der Geräte keine weiteren Updates bereitstellen. Für Angreifer sind die zahlreichen IoT-Geräte mit veralteter, ungepatchter Software natürlich ein einfaches Ziel: Etliche gut dokumentierte Sicherheitsvorfälle belegen die reale Gefahr, etwa DDoS-Angriffe über Botnetze unter Nutzung von Kameras.

Besser ist die Sicherheitslage auch nicht im OT-Umfeld, in dem für Unternehmen noch weitaus größere Gefahren drohen: vom Stilllegen kompletter Anlagen bis zur Manipulation oder zum Diebstahl von Intellectual Property. Dies sind keine fiktiven Szenarien, wie der Global Threat Intelligence Report 2018 von NTT Security ergeben hat. Demnach betrafen 2017 in Deutschland 36 Prozent aller Cyber-Attacken auf Unternehmen die Fertigungsindustrie, also einen Bereich, in dem die OT eine zentrale Rolle einnimmt.