Sensorik / Edge Computing
IoT-Retrofitting macht alte Abkantmaschine Industrie-4.0-fähig

Von Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer 6 min Lesedauer

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Daten von älteren Maschinen zu erhalten, ist oft ein Problem. Ein Hersteller von Beschlagtechnik hat deshalb eine 18 Jahre alte Maschine per IoT-Retrofitting nachgerüstet. Mit der Wireless-Version der Mica von Harting werden die Daten reduziert und in die Cloud zu Amazon Web Services (AWS) übertragen.

Bei dieser 18 Jahre alten Abkantmaschine erhält man nun nach dem Retrofitting eine Auswertung der Maschinendaten mit monatlicher Übersicht der produktiven Zeiten, der Ausfall- und Störungszeiten, der Nebentätigkeiten und Justagen sowie über die gesamte Einsatzzeit.(Bild:  Harting)
Bei dieser 18 Jahre alten Abkantmaschine erhält man nun nach dem Retrofitting eine Auswertung der Maschinendaten mit monatlicher Übersicht der produktiven Zeiten, der Ausfall- und Störungszeiten, der Nebentätigkeiten und Justagen sowie über die gesamte Einsatzzeit.
(Bild: Harting)

Häfele SSJ, ein Hersteller von Beschlagtechnik hatte mit seiner 18 Jahre alten Abkantmaschine (Bild 1), einem zentralen Element seiner Blechteilefertigung, immer wieder Probleme. Es kam zu ungeplanten Stillständen, die Materialzufuhr stockte, der Ausschuss nahm immer wieder sporadisch zu und die Maschine musste häufig nachjustiert werden. Die Gründe für die Störungen waren meistens nicht ersichtlich. „Es fehlte an verlässlichen Daten zur Verfügbarkeit, Auslastung und Effizienz der Maschine. Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, auf einfache Weise die Maschinendaten zu erfassen, auszuwerten und die Anlageneffektivität zu verbessern“, nennt Stephan Hofmann, technischer Leiter bei Häfele, die Anforderung (Bild 2).

Die manuelle Erfassung von Störungen und Stillstandszeiten war nicht verlässlich. Das Verfahren sollte automatisiert werden. Die Daten sollten eine Kosten-/Nutzenrechnung ermöglichen und auch Vorgaben für die langfristig geplante Investition in eine neue Maschine liefern. Eine Schnittstelle zur Maschinensteuerung war allerdings nicht verfügbar. Ein Eingriff in die Steuerung oder in die bestehende IT-Infrastruktur sollte ohnehin generell vermieden werden. Die Erfassung und Übertragung wichtiger Maschinendaten musste deshalb unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur erfolgen.