Die Industrie sieht sich mit zwei großen Herausforderungen konfrontiert: Digitalisierung und Energiewende. Beide Themen stehen daher im Fokus der Hannover Messe 2022.
Vom 25. bis zum 29. April 2022 sollen sich die Tore der Hannover Messe auch wieder physisch öffnen – ein paar Informationen zu den Themenschwerpunkten gab es in der heutigen Pressekonferenz.
(Bild: Screenshot Vogel Communications Group)
Die Pressekonferenz, die heute mit sechs Monaten Vorlauf zur Hannover Messe 2022 ungewöhnlich früh stattfand, wurde eingeleitet von Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender Deutsche Messe AG, dem man die Vorfreude auf die erste Präsenzmesse seit zwei Jahren ansehen konnte. Mit den Worten „Innovationen machen keine Pause“, betonte er auch gleich zu Beginn des Presseevents, dass die vergangenen Monate zwar unter dem Zeichen der Pandemie und deren Einschränkungen standen, der Enthusiasmus und die Vorfreude auf eine – Stand heute – wieder mögliche Präsenzveranstaltung aber keinen Schaden genommen haben. Dies sei auch auf Seiten der ausstellenden Unternehmen nicht anders, die sich aktuell mit zwei großen Herausforderungen konfrontiert sehen. Gemeint sind damit die Transformationsprojekte Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Und so sollen es vor allem diese beiden Themen sein, die im kommenden Jahr das Programm in insgesamt 17 Hallen prägen werden. Dass die Ausstellungsfläche hierbei um zwei Hallen geringer ausfällt, als bei der letzten physischen Hannover Messe 2018, sei vor allem den entsprechenden Reiserestriktionen und dem damit verbundenen Fernbleiben chinesischer Aussteller zuzuschreiben.
Gleichzeitig sei man in Hannover neben einem tragfähigen Sicherheitskonzept für die Besucherinnen und Besucher auch darum bemüht, die Erfahrungen aus den rein digitalen Messe-Varianten der letzten beiden Jahre in das hybride Konzept der Hannover Messe 2022 einfließen zu lassen. Konkret bedeutet das vor allem, dass die digitale Erweiterung des Vorort-Erlebnisses bei der Vernetzung und der Orientierung im Umfeld des Messegeschehens helfen soll. Nähere Informationen zum Rahmenprogramm rund um die ausstellenden Unternehmen sollen in den kommenden Wochen folgen.
Nachhaltigkeit braucht Digitalisierung
Die gesetzten Schwerpunktthemen illustrieren dabei nicht nur die großen Herausforderungen unserer Zeit und damit verbunden die Anforderungen an die Industrie. Sie betonen auch das Wechselspiel, in dem sich beide Themenkomplexe zueinander befinden, also den Beitrag, den Digitalisierung und erneuerbare Energien für eine grünere Zukunft gemeinsam leisten können.
Das Leitmotto 'Industrial Transformation' soll dementsprechend international führende Unternehmen aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Logistik und Energiewirtschaft vereinen und sie mit Akteuren aus Software und IT zusammenbringen. Nach Wunsch der Deutschen Messe AG kann so die Transformation zur dringend benötigten digitalisierten, ressourceneffizienten und klimaneutralen Produktion in greifbare Nähe rücken. Hierzu werden laut Köckler führende Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft Lösungen präsentieren, die wiederum den Innovationsprozess vorantreiben.
Von Seiten der Aussteller betonte Gunther Kegel, CEO der Pepperl + Fuchs Gruppe und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der Hannover Messe, dass auch die Unternehmen „hungrig auf Präsenz“ seien und in verdichtetem Maße Kunden treffen wollen. Denn ungeachtet des Erfolgs und der Möglichkeiten der digitalen Alternativen sei hier in den vergangenen Monaten die persönliche Interaktion schlichtweg schwächer ausgefallen als auf Präsenzveranstaltungen.
Das Aussteller- und Vortragsprogramm ordnet Kegel unter dem Motto „vier Ds“ ein. Gemeint sind damit die Handlungsfelder
Digitalisierung, und hier vor allem das Erschließen entsprechender Geschäftsmodelle,
Deglobalisierung, in deren Kontext sich die Wirtschaft mit der Herausforderung sich zunehmend entkoppelnder Handelsräume auseinandersetzen muss,
Demografie, also dem noch immer anhaltenden Fachkräftemangel, sowie
Dekarbonisierung, die nicht nur von den Unternehmen selbst, sondern auch für deren Kunden umgesetzt werden soll.
Zu letzterem Punkt kam im Anschluss noch Ove Petersen, CEO der GP Joule GmbH, zu Wort. In seinem Vortrag betonte er die Notwendigkeit, die Industrie mit grüner aber auch bezahlbarer Energie zu versorgen. Als vielversprechenden Hebel hierfür führte er Wasserstoff an, der laut Petersen alle Sektoren von Mobilität bis Industrie verbinden solle.
Dementsprechend sollen Besucherinnen und Besucher im April 2022 auch mit Demonstrationen rechnen dürfen, die zeigen, wie die Reduktion von CO2 gelingen kann. Gleichzeitig sollen sie sich informieren können, wie Digitalisierung und Automatisierung vernetzte Produktionsanlagen ermöglichen, die effizienter und ressourcenschonendere Produktionen ermöglichen.
Portugal als Partnerland
Wie gewohnt, wird es auch 2022 ein Partnerland der Hannover Messe geben. Hierbei handelt es sich um Portugal. Als Motto haben die Südeuropäer 'Portugal Makes Sense' gewählt. Mit Schwerpunkten auf industrielle Zulieferung, digitale Plattformen und Energielösungen will sich das Land in Foren und Seminaren als zuverlässiger Partner zeigen.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Beitrag ist zunächst auf unserem Partnerportal MM Maschinenmarkt erschienen.