Umbruch
Die industrielle Renaissance

Ein Gastkommentar von David Petrikat* 3 min Lesedauer

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Wir stehen am Beginn einer industriellen Renaissance – nicht getrieben von Kostenvorteilen oder Effizienzsteigerung, sondern von geopolitischen Realitäten und strategischer Neuordnung. Was bedeutet das für den Industriestandort Deutschland?

Die Welt ist im Wandel, und mit ihr verschieben sich die industriellen Achsen.(Bild:  KI-generiert)
Die Welt ist im Wandel, und mit ihr verschieben sich die industriellen Achsen.
(Bild: KI-generiert)

Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und das wachsende Bedürfnis nach Resilienz führen dazu, dass Staaten und Unternehmen ihre industrielle und kritische Infrastruktur neu denken. Die Produktion rückt näher an Heimatmärkte – oder zumindest in Länder, denen man langfristig sowohl Stabilität als auch Verlässlichkeit zutraut. Es entsteht ein globaler Umbruch: Standorte werden neu bewertet, Lieferketten umgebaut, Wertschöpfung neu verteilt.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das sich entwickelnde „Decoupling“ zwischen den USA und China. Industrieunternehmen geraten zunehmend unter Druck, sich für eine Seite zu entscheiden. Davon betroffen sind nicht nur die Lieferketten, sondern auch das Produktdesign, regulatorische Anforderungen und technologische Standards. Die Konsequenz: Produktionskapazitäten werden gezielt weit über der Auslastungsgrenze aufgebaut – nicht aus ökonomischem Kalkül, sondern aus geopolitischer Notwendigkeit. Produktionen werden entlang der Absatzmärkte getrennt und teilweise verlagert – nicht, weil es wirtschaftlich sinnvoll wäre, sondern weil es politisch erforderlich ist. Das wird in Summe einen weltweiten Industrieboom auslösen.

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