Risikomanagement
Industrie 4.0 bringt nichts, wenn die Versorgung stockt

Von Jürgen Schreier 8 min Lesedauer

Aktuell zeigt das Coronavirus gnadenlos die Schwächen in den Lieferketten auf. Doch funktioniert Industrie 4.0 trotz aller Automatisierung und Sensorik nur, wenn der Nachschub reibungslos "rollt". Deshalb gilt es hier anzusetzen und Industrie 4.0 über die Werkshalle hinaus zu denken.

Die Störungen in den Lieferketten werden für immer mehr Branchen zum Problem. (Bild:  gemeinfrei / Unsplash)
Die Störungen in den Lieferketten werden für immer mehr Branchen zum Problem.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Mal ehrlich: Hätten Sie gedacht, dass bald viele Gießereien die Produktion einstellen müssen, weil ihnen der Alkohol fehlt? Nun, vom Bierchen, das sich früher mancher von Hitze und Staub geplagte Gießer durch die Kehle rinnen ließ (heute geht das wegen der strengen Arbeitsschutzvorschriften nicht mehr) ist ist hier nicht die Rede. Es geht vielmehr um Isopropylalkohol (kurz Isopropanol).

Dieser (übrigens nicht trinkbare) "Stoff" ist nach einer Mitteilung des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) mittlerweile zur Mangelware geworden, denn er wird derzeit für die Desinfektion gebraucht. Bei der Herstellung hochwertiger Gussstücke spielt Isopropanol als Form- und Kernüberzugsstoff eine entscheidende Rolle und bestimmt auch die Gussqualität.