Stillstand Deutsche Lieferkettenplaner setzen noch sehr gern auf Excel

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

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Die meisten Umfrageergebnisse der neuen IDC-Studie im Auftrag von Kinaxis waren wie erwartet. Aber die Antworten zu den verwendeten Tools, mit denen Deutschland seine Supply Chains steuert, haben dann doch überrascht: Die Lieferkettenplanung mithilfe von Excel-Sheets ist hierzulande viel weiter verbreitet, als gedacht.

Umfrage unter 200 deutschen Lieferkettenverantwortlichen: Die Lieferkettenplanung auf Basis von Excel ist viel weiter verbreitert, als erwartet.(Bild:  Four_Lakes - stock.adobe.com)
Umfrage unter 200 deutschen Lieferkettenverantwortlichen: Die Lieferkettenplanung auf Basis von Excel ist viel weiter verbreitert, als erwartet.
(Bild: Four_Lakes - stock.adobe.com)

Kein Zweifel: Excel ist auch heute noch ein wichtiges Tool im Büroalltag. Denn noch immer setzt mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen (37 Prozent) als technologische Grundlage für ihre Lieferkettenplanung rein auf Excel oder auf eine Kombination mit eigenständigen Supply-Chain-Tools. Global setzen durchschnittlich nur 18 Prozent auf Excel, in den USA 8 Prozent und in Indien sogar nur 3 Prozent. Eine aktuelle Umfrage unter 1.800 globalen Lieferkettenverantwortlichen, von denen 200 aus Deutschland stammen, zeigt auch, dass die meisten Unternehmen damit zu kämpfen haben, ihre Abläufe inmitten einer Flut von Störungen durch geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und andere Unbeständigkeiten flexibel und anpassungsfähig zu halten.

Wie deutsche Unternehmen die technologische Grundlage ihrer Lieferkette charakterisieren.(Bild:  Kinaxis)
Wie deutsche Unternehmen die technologische Grundlage ihrer Lieferkette charakterisieren.
(Bild: Kinaxis)

So können 89 Prozent der deutschen Unternehmen nicht innerhalb von 24 Stunden auf Störungen reagieren – im Durchschnitt brauchen sie gar vier Tage. Dennoch geben 38 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer Reaktionszeit „sehr zufrieden“ sind.

Ich bin schockiert, dass bei einem Drittel der Unternehmen die Abläufe noch zu einem entscheidenden Teil auf Excel basieren.

Martin Bilstein, Regional Vice President für die DACH-Region bei Kinaxis

Über die verschiedenen Branchen hinweg sind die globalen Ergebnisse zur Reaktionszeit auf Störungen konsistent. So geben beispielsweise 15 Prozent in der Automobilbranche an, dass sie innerhalb eines Tages reagieren können, gegenüber 17 Prozent bei Verbrauchsgüterherstellern, 15 Prozent in der Medizinbranche und 14 Prozent in der Luft- und Raumfahrt. Lediglich Hersteller von Öl, Gas und Chemikalien sind deutlich schneller als der Durchschnitt: Hier geben 28 Prozent der Hersteller an, dass sie innerhalb von 24 Stunden auf Störungen reagieren können.

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