Porträt
„Ich musste dafür kämpfen, Ingenieurin zu werden“

Von Sebastian Hofmann 5 min Lesedauer

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Als junges Mädchen fasst Sophie Borgne den Entschluss, Technik zu studieren. Dafür wird sie ausgelacht. Heute ist sie Vizepräsidentin einer Geschäftssparte bei Schneider Electric. Wie die Frau gestrickt ist, die es ihren Zweiflern gezeigt hat.

„Ich wollte meinen Zweiflern zeigen, wozu ein Mädchen im Stande ist“, blickt Sophie Borgne heute auf ihre Kindheit und Jugend zurück.(Bild:  Sophie Borgne)
„Ich wollte meinen Zweiflern zeigen, wozu ein Mädchen im Stande ist“, blickt Sophie Borgne heute auf ihre Kindheit und Jugend zurück.
(Bild: Sophie Borgne)

Es ist der 17. August 1999, drei Uhr nachts. In den Straßen von Istanbul steht die drückende Luft vom Vortag – eine Sommernacht wie jede andere. Doch dann beginnt die Erde zu beben. 45 Sekunden dauert die Katastrophe. Wo vorher mehrstöckige Häuser standen, liegen nun meterhohe Schutthaufen. Danach sind Zehntausende Menschen tot oder verletzt.

„Das Viertel um uns herum war komplett in Trümmern“, erinnert sich Sophie Borgne. Damals, als 21-Jährige, arbeitet die Ingenieurin im Istanbuler Westen. Es ist ihr erster Job: vor Kurzem hat sie Ihr Managementstudium in Paris abgeschlossen. Für einen französischen Konzern soll sie im Stadtteil Ikitelli nun beim Bau des Atatürk-Olympiastadions mitarbeiten.