Digitale Transformation
„Ich lief Gefahr, vom Markt verdrängt zu werden“

Von Lisa Marie Waschbusch 5 min Lesedauer

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In der heutigen Arbeitswelt ist Innovation der Weg zum unternehmerischen Überleben, meint Gunther Wobser. Für die digitale Transformation seines mittelständischen Unternehmens, holte er sich Inspirationen aus dem Silicon Valley, wo Innovation, Agilität und Dynamik zum Tagesgeschäft gehören.

Dr. Gunther Wobser lebte ein Jahr lang mit seiner Familie im Silicon Valley in Kalifornien.(Bild:  Lauda Dr. R. Wobser GmbH)
Dr. Gunther Wobser lebte ein Jahr lang mit seiner Familie im Silicon Valley in Kalifornien.
(Bild: Lauda Dr. R. Wobser GmbH)

Im Silicon Valley, wo namhafte Startups entstehen und Tech-Riesen wie Google, Facebook und Co. thronen, da lebte auch Gunther Wobser mit seiner Familie für ein Jahr. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist CEO der Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG mit Hauptsitz im tauberfränkischen Lauda-Königshofen. Das mittelständische Unternehmen, das Temperiergeräte und –anlagen herstellt, wurde 1956 von seinem Großvater, Dr. Rudolf Wobser, nach dessen Flucht aus der DDR gegründet. Mittlerweile beschäftigt Lauda circa 440 Mitarbeiter, darunter 310 in der Zentrale, erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 80 Millionen Euro und hat Kunden im Automotive-Bereich, der Chemie- und Pharmaindustrie oder der Labor- und Medizintechnik.

Druck durch Wettbewerb

Wobser hatte wahrlich nicht die Vision, nach dem Studium im Silicon Valley mit einer neuartigen Idee die Welt verbessern zu wollen. Ihn zwang der Wettbewerb zum Handeln: „Ich lief Gefahr, vom Markt verdrängt zu werden“, erklärt er. Ein amerikanischer Kunde wechselte zu einem Konkurrenten, der bisherige Kompressoren durch eine neue Technologie der thermoelektrischen Peltierelemente ersetzte. Jegliche Motivationen, seine Ingenieure dazu zu bringen, die neue Technologie zu entwickeln, scheiterten. „Das ist so, als würdest du deine Mitarbeiter, die schon immer Dieselmotoren gebaut haben, plötzlich beauftragen, Elektroautos zu bauen“, erzählt er. So hielt er Ausschau, ob andere Unternehmen die neue Technologie im Einsatz haben, und fand Noah Precision.