Hannover Messe KI und Plattformen im Mittelpunkt

Quelle: Pressemitteilung 17 min Lesedauer

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Die Digitalisierung ist voll in den Unternehmen und in unserem Leben angekommen - das zeigt sich auf der Hannover Messe 2026. Viele Unternehmen zeigen IT- und OT-Lösungen rund um Fertigung und Produktlebenszyklus.

KI und Cyberresilience sind Megathemen auf der Hannover Messe 2026(Bild:  Deutsche Messe AG)
KI und Cyberresilience sind Megathemen auf der Hannover Messe 2026
(Bild: Deutsche Messe AG)

German Edge Cloud: KI-Showcase „Digital Industrial Engineer“

Der Showcase „Digital Industrial Engineer“ ist eine KI-gestützte Lösung zur Unterstützung in wissensintensiven Planungs- und Entscheidungsprozessen. (Bild:  German Edge Cloud)
Der Showcase „Digital Industrial Engineer“ ist eine KI-gestützte Lösung zur Unterstützung in wissensintensiven Planungs- und Entscheidungsprozessen.
(Bild: German Edge Cloud)

Die German Edge Cloud (GEC) stellt auf in Halle 16 auf Stand A16 den gemeinsam mit Partnern entwickelten Showcase „Digital Industrial Engineer“ vor. Die KI-gestützte Lösung auf Reifegradniveau 3 (Operational) unterstützt Industrieingenieure in wissensintensiven Planungs- und Entscheidungsprozessen hochvariantenreicher Fertigung. Sie adressiert damit eine der drängendsten Herausforderungen der Industrie: den zunehmenden Verlust entscheidungsrelevanten Erfahrungswissens bei gleichzeitig wachsender Variantenkomplexität und hohen Qualitätsanforderungen.

Industrieingenieure sind entscheidend für die Stabilität moderner Fertigung. Sie entwickeln Arbeits- und Prüfkonzepte, bewerten Produktänderungen, analysieren Störungen und sichern stabile Prozesse. Ihr Erfahrungswissen ist essenziell, um Fehler zu vermeiden, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und auch bei hoher Variantenvielfalt konstant hohe Standards einzuhalten. Doch genau diese wissensgetriebene Rolle steht unter Druck. In den kommenden Jahren erreichen viele erfahrene Industrieingenieure das Rentenalter, während qualifizierter Nachwuchs nicht im gleichen Umfang nachrückt.

Ein erheblicher Teil der Kompetenz im Industrial Engineering beruht auf langjähriger Erfahrung und häufig nicht vollständig dokumentiertem Entscheidungswissen. Mit jedem Ausscheiden einer erfahrenen Fachkraft droht daher ein schleichender Verlust an Problemlösungs- und Planungskompetenz. Besonders in hochvariantenreichen Produktionsumgebungen wird dieses Wissen zum kritischen Faktor für Prozessstabilität, Qualität und Reaktionsfähigkeit.

Gleichzeitig steigt die Zahl hochqualifizierter ausländischer Industrieingenieure, die in den europäischen Arbeitsmarkt nachrücken – jedoch häufig vor erheblichen Sprach- und Dokumentationsbarrieren stehen. Der „Digital Industrial Engineer“ stellt ihnen einen KI gestützten Assistenten zur Seite, der technische Fachsprache, Prozesswissen und historische Dokumente automatisch verständlich macht und Sprachhürden vollständig überbrückt. So können internationale Experten sofort produktiv mitarbeiten und ihr Know how ohne Verzögerung in die Produktionsprozesse einbringen.

Antwort auf Fachkräftemangel und Wissensverlust

Der „Digital Industrial Engineer“ ist die Antwort auf diese Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht die systematische Digitalisierung und Strukturierung des Wissens von Industrieingenieuren – dort, wo es entsteht: in realen Produktions- und Planungssituationen. In Experteninterviews, bei der strukturierten Aufarbeitung von Störungen, Ramp-ups oder Produktänderungen sowie auf Basis bestehender Artefakte wie Arbeitsplänen, Prüfkonzepten oder FMEA-Analysen wird Erfahrungs- und Entscheidungswissen erfasst und aufbereitet. Im Fokus stehen dabei insbesondere Entscheidungslogiken, typische Fehlerbilder, Ursachenketten und bewährte Gegenmaßnahmen.

Dieses Wissen wird in standardisierte, skalierbare Wissensbausteine überführt und mit realen Produktionskontexten – etwa Produktvarianten, Technologien oder Änderungsständen – verknüpft. So entsteht ein digitales Produktionsgedächtnis, das implizite Zusammenhänge transparent macht und reproduzierbare Entscheidungsgrundlagen schafft.

Darauf aufbauend sind KI gestützte Analysen mithilfe der Vibe Coding Engine von Anthropic Claude möglich, die komplexe technische Inhalte strukturiert bewertet und kontextsensitiv aufbereitet. Industrieingenieure erhalten dadurch kontextbezogene Entscheidungsunterstützung in wissensintensiven Planungs und Bewertungsprozessen, während bewährte Lösungsstrategien systematisch verfügbar bleiben. So wird individuelles Erfahrungswissen zu einem skalierbaren Unternehmensgedächtnis, dem „Digital Industrial Engineer“ als KI gestütztem Assistenzsystem.

Partner bündeln Technologien zu integriertem KI-Assistenzsystem

Der Showcase entsteht in Zusammenarbeit von drei Partnern, die ihr jeweiliges Domänenwissen in die gemeinsame Lösung einbringen. Die German Edge Cloud liefert mit ihrem Oncite Digital Production System (DPS) ein Kernprodukt der Lösung. Oncite DPS strukturiert und kontextualisiert produktionsbezogene Daten, macht sie KI-fähig und stellt damit die Grundlage für das KI-gestützte Assistenzsystem bereit.

Die in die Oncite-Plattform integrierte Wissensplattform von great2know bildet die Wissensebene des Systems. Sie erfasst und strukturiert Erfahrungs- und Entscheidungswissen aus realen Produktions- und Planungssituationen und überführt dieses in das digitale Produktionsgedächtnis.

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Das dritte Kernprodukt zur Umsetzung des Showcase ist Scheer PAS: eine durchgängig prozessorientierte Digitalisierungsplattform, die Integration, Automatisierung, Orchestrierung, API-Management und agentenbasierte KI in einer Lösung vereint. Dank der flexiblen Prozesssteuerung von Scheer PAS lässt sich der Anteil regelbasierter und agentenbasierter Tätigkeiten präzise einstellen und so schrittweise Vertrauen in die KI-gestützten Abläufe aufbauen.

Durch das Zusammenspiel dieser drei Softwareapplikationen entsteht der „Digital Industrial Engineer“. Limtronik stellt mit seiner hochvariantenreichen Elektronikfertigung das industrielle Pilotumfeld, in dem das KI-Assistenzsystem auf Reifegradniveau 3 unter realen Bedingungen validiert und entwickelt wird.

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