KI-gestützte Wissensnutzung
Boehringer Ingelheim beschleunigt Wissensaustausch mit Azure Open-AI Service

Ein Gastbeitrag von Dr. Matthias Negri* 5 min Lesedauer

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Wie wird Fachwissen effizient genutzt? In der Pharmaindustrie ist die Geschwindigkeit, in der Antworten gefunden werden, entscheidend. Boehringer Ingelheim hat mit seiner Plattform IQ-Now und Azure Open-AI Service die Wissenssuche erheblich beschleunigt.

Boehringer Ingelheim beschleunigt mit der KI-gestützten Plattform IQ-Now und Azure Open-AI Service den Wissensaustausch in der Pharmaindustrie.(Bild:  Boehringer Ingelheim)
Boehringer Ingelheim beschleunigt mit der KI-gestützten Plattform IQ-Now und Azure Open-AI Service den Wissensaustausch in der Pharmaindustrie.
(Bild: Boehringer Ingelheim)

Zeit ist von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Entwicklung von Medikamenten geht, damit lebenswichtige Arzneimittel so schnell wie möglich zur Verfügung stehen. Zeit ist deshalb die Währung, in der viele Prozessschritte beziffert werden: die Entwicklung, die klinische Prüfung der Medikamente, die Freigabe durch die verantwortlichen Autoritäten. Viele Schritte kann ein Unternehmen nur bedingt beeinflussen, da es klare Vorgaben und Anforderungen gibt. Bei der Entwicklung an sich gibt es jedoch viele Ansätze, die durch einen effizienteren Wissensaustausch beschleunigt werden können. Doch einfacher gesagt als getan.

„Im Rahmen des Lebenszyklus von einem unserer Produkte entstehen in nur einer einzigen Abteilung zum Beispiel mehr als 60.000 Dokumente in allen Formaten – bei deren Erstellung bis zu 5.000 Experten beteiligt sind. Diese Dokumente enthalten Wissen, das für andere Projekte enorm wertvoll ist“, erklärt Michael Schorpp, Senior Expert Knowledge and Learning Architecture & Strategy bei Boehringer Ingelheim. „Zusätzlich gibt es zahlreiche externe Wissensquellen, die für unsere Forschung und Entwicklung enorm wichtig sind, zum Beispiel wissenschaftliche und klinische Studien, Patente und Konferenzen. Viele interne Experten haben zudem umfassendes Wissen in den eigenen Köpfen abgespeichert.“ In diesem riesigen kollektiven Speicher von Wissen genau die Erkenntnisse auszumachen, die für ein Medikament gebraucht werden, war in der Vergangenheit enorm zeitaufwendig: „Und zwar nicht nur das reine Auffinden der Personen oder Dokumente in den unterschiedlichen Datenbanken – sondern vor allem, die genau richtige Person und das genau richtige Dokument ausfindig zu machen. Dieses Wissen anschließend zu verstehen und zu nutzen, war ebenfalls eine Herausforderung.“ Denn unterschiedliche Abteilungen benutzen unterschiedliches Vokabular, nutzen andere Abkürzungen oder verwenden heterogene Prozessbegriffe: HCP kann in einem Dokument für Healthcare-Provider stehen, in einem anderen für Host Cell Protein. Nur im jeweiligen Kontext lässt sich erkennen, worum es geht.