CNT Management Consulting prophezeit den deutschen KMU für dieses Jahr nichts Gutes. Doch es gebe Möglichkeiten, um dem Gegenwind zu trotzen ...
Die Experten von CNT Management Consulting raten vor allem den Mittelständlern unter den deutschen Maschinenbauern, die Digitalisierung voranzutreiben, um krisenfest zu bleiben. Hier erklären sie, was man beachten sollte und welche Chancen winken ...
(Bild: Blur Planet Studio - stock.adobe.com)
Dem Maschinenbau, bekanntlich eine Schlüsselindustrie für die deutsche Wirtschaft, steht ein schwieriges Jahr 2024 bevor. Der steigende internationale Konkurrenzdruck und EU-Regularien wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz setzen deutschen Unternehmen zu. Problematisch sei auch die anhaltend maue Auftragslage in Deutschland selbst, aber auch in wichtigen Exportmärkten wie den USA und China. Laut Prognose des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) wird für dieses Jahr ein Produktionsrückgang um etwa vier Prozent erwartet. „Doch es gibt Chancen, die vor allem dem Mittelstand winken, wenn die Unternehmen auf mehr Digitalisierung setzen“, so Maria Truong, Standortleiterin bei CNT Management Consulting in Mainz und ihr Kollege Hannes Schmalzried, bei CNT Kompetenzteamleiter Engineer To Order.
Moderne Maschinen aber veraltete interne Prozesse
Schmalzried ermutigt Unternehmen, sich kritisch mit internen Abläufen auseinanderzusetzen: „Nur weil Prozesse in der Vergangenheit gut funktioniert haben, garantiert das nicht, dass diese auch für die Zukunft effizient sind.“ Oft würden zwar technisch hochentwickelte und vernetzte Maschinen entworfen, produziert und verkauft, aber die internen Prozesse seien veraltet. In diesem Zusammenhang erachtet es der Experte als unabdingbar, die Absprachen zwischen Konstruktion, Produktion und Lieferkette (Supply Chain) weitestgehend zu digitalisieren und zu standardisieren, um verschiedene Wissensstände und langatmige Änderungsprozesse zu vermeiden. Gleichzeitig räumt Schmalzried ein, dass der Maschinenbau inklusive der Sondermaschinenbau ein flexibles Geschäft bleiben. Trotz globaler Trends zur Standardisierung müsse der Informationsfluss deshalb so kurz wie möglich gehalten werden, um auch kurzfristige Kundenwünsche bei sich bereits in Produktion befindlichen Produkten erfüllen zu können.
Dass die Digitalisierung Produktionsabläufe nachhaltig revolutionieren könne, stehe aber außer Frage. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe hätten laut CNT den Digitalisierungstrend in der Vergangenheit jedoch eher abwartend beobachtet, weil es mitunter schwierig sei, die Marktvision in die Realität umzusetzen. Als Probleme identifiziert der CNT-Experte Schmalzried etwa fehlende Technologie im Maschinenpark, mangelnde Reporting-Grundlagen (etwa Stamm- und Bewegungsdaten) sowie unzureichende Auswertungsapplikationen. Auch bei der Synchronisierung mehrerer Produktionsstandorte gibt es noch Optimierungsbedarf: „Oft blockieren historisch gewachsene, komplexe Prozesse über mehrere IT-Systeme hinweg den Innovationspfad“, ergänzt Schmalzried. Werden diese Hürden jedoch überwunden, ermöglicht der erfolgreiche Sprung aber nicht nur Kosteneinsparungen, sondern generiert auch neue Geschäftsfelder und pusht die Entwicklung innovativer Produkte.
Digitalisierung ist mehr als ein Management-Buzzword
Um die Produktion erfolgreich zu digitalisieren, brauche es eine Gesamtvision und einen Digitalisierungsplan. Es gilt, etwa durch Echtzeitdaten-Analyse, relevante Insights und KPI’s der Produktion zu ermitteln und auch Folgeprozesse daraus abzuleiten und zu steuern. Dazu gehört zum Beispiel die Übermittlung von Produktionsverzögerungen in die Produktionsplanung. „Digitalisierung muss jedenfalls mehr sein als lediglich ein Management-Buzzword“, macht Schmalzried klar. Wobei evaluiert werden müsse, welche Insights zu ermitteln seien und in welchen Abständen das geschehen soll. So könnten Stichpunktmessungen, die etwa alle zehn Minuten geschehen, in der Praxis sinnvoller sein als eine permanente Echtzeitübertragung, weil Parameter auch gespeichert und verarbeitet werden müssen. Digitalisierungsziele müssen auch immer machbar sein und nützlich gesetzt werden. „Die ermittelten Werte dienen stets der Steigerung der Gesamteffizienz und der Konkurrenzfähigkeit“, merkt Schmalzried an. Mittels Integration der Maschinendaten kann etwa die termingenaue Wartungsplanung revolutioniert werden, so der Experte. Die Erstellung eines serialisierten digitalen Zwillings biete beispielsweise hinsichtlich Produktionsnachvollziehbarkeit, Qualität und Kundenservice viele Optimierungsmöglichkeiten. „Die digitale Transformation ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit, um den deutschen Maschinenbau in eine Ära zu führen, in der Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen", erklärt Schmalzried abschließend.
Stand: 08.12.2025
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