Expertenbeitrag

Dr. Martin Klapdor

Dr. Martin Klapdor

Senior Solutions Architect, Netscout

Smart Data Analytics
Digitale Finanzdienstleistungen: Bessere Performance dank Smart Data

Von Dr. Martin Klapdor 5 min Lesedauer

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Technologien wie die Blockchain und das Internet der Dinge ermöglichen Finanzdienstleistern neue Geschäftsmodelle und bieten Potenziale für die Verbraucher. Allerdings stellen innovative Services auch komplexe Anforderungen an die IT-Infrastruktur.

Blockchain und IoT verändern Geschäftsmodelle - auch im Finanzsektor. (Bild:   / CC0)
Blockchain und IoT verändern Geschäftsmodelle - auch im Finanzsektor.
(Bild: / CC0)

Das Ticket bei der Schweizer Bahn SBB mit Bitcoin bezahlen. Oder per Smart Contract ein Auto mieten und automatisch abrechnen – digitale Finanzdienstleistungen wie diese in Anspruch zu nehmen, ist heute bereits durch das Internet der Dinge und die Blockchain möglich. Die verbauten Sensoren des IoT stellen die notwendigen Daten zur Verfügung und die Blockchain vereinfacht den Handel für den Endnutzer. Vor allem junge Finanz-Startups (FinTechs) nutzen die Technologien, um effizienter zu werden und um das Kundenerlebnis zu optimieren. Aber auch traditionelle Unternehmen liebäugeln mit der Distributed Ledger: Laut Hermes-Barometer sind Dreiviertel aller Unternehmen von der Blockchain überzeugt. Sie glauben daran, dass eine transparente Kundenkommunikation der Schlüssel zur Effizienzsteigerung ist. Doch es gibt ein Problem: Noch existiert wenig Vorzeigbares oder Alltagstaugliches. Eine aktuelle Umfrage unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass aus diesem Grund die Wirtschaft in Deutschland noch verhalten auf die neue Technologie reagiert. Neben fehlenden Anwendungsfällen spielen auch ein Mangel an Blockchain-Experten sowie rechtliche Unsicherheiten eine Rolle. Dennoch schätzt jeder zweite deutsche Finanzmanager die Blockchain-Technologie als zukünftig relevant ein. Zwei Drittel glauben, dass die Technologie ihr Geschäftsmodell in den kommenden zehn Jahren beeinflussen wird.

Blockchain und IoT verändern Geschäftsmodelle

Und nicht nur die Blockchain, auch andere Zukunftstechnologien beschäftigen Finanzdienstleister. So sprießen in diesem Zuge etwa vermehrt auf Künstlicher Intelligenz basierende Robo Advisor aus dem Boden. Diese Anwendungen erleichtern die Geldanlage, indem sie eine Vielzahl von Daten auswerten: In einem Online-Fragebogen erfassen sie, welches Risiko ein Anleger eingehen kann und will, empfehlen ihm eine Anlagestrategie und handeln dann ganz automatisch mit den passenden Wertpapieren. Damit sind die digitalen Vermögensverwalter ein echter Star. Die Beratung Oliver Wyman prophezeit ein „unbegrenztes Wachstum“ und schätzt, dass deutsche Anleger den Robo-Beratern im Jahr 2021 rund 35 Milliarden Euro anvertrauen werden. Das wäre mehr als 30-mal so viel wie noch 2017. Machen sich Finanzdienstleister die Vorteile dieser Technologien also zunutze, können neue rentable Geschäftsmodelle entstehen, in denen digitale und menschliche Finanzberatungsmodelle Hand in Hand gehen.