Innovationswettbewerb Diese drei 3D-Druck-Firmen erhalten das Top 100-Siegel 2023

Von Dipl.-Ing. Dorothee Quitter 3 min Lesedauer

Am Freitag wurden die TOP 100, die innovativsten Unternehmen des Mittelstands, zum 30. Mal geehrt. Auch die Unternehmen Prototec, EOS und Dihesys aus der 3D-Druck-Branche sind dabei. Wir stellen sie vor.

Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Mentor des Innovationswettbewerbs, ehrte die innovativsten Unternehmen des Mittelstands. Die Dihesys Digital Health Systems GmbH aus Schwäbisch Gmünd wurde für ihre 3D-gedruckten Tabletten zum „Innovator des Jahres“ in der Größenklasse bis zu 50 Mitarbeitern gekürt. v.l.n.r: Ute Huber, Marketing, Ranga Yogeshwar und Prof. Dr. Gerald Huber, Founder & Executive Advisor. (Bild:  KD Busch/compamedia)
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Mentor des Innovationswettbewerbs, ehrte die innovativsten Unternehmen des Mittelstands. Die Dihesys Digital Health Systems GmbH aus Schwäbisch Gmünd wurde für ihre 3D-gedruckten Tabletten zum „Innovator des Jahres“ in der Größenklasse bis zu 50 Mitarbeitern gekürt. v.l.n.r: Ute Huber, Marketing, Ranga Yogeshwar und Prof. Dr. Gerald Huber, Founder & Executive Advisor.
(Bild: KD Busch/compamedia)

In der Jubiläumsrunde hatten sich 550 Unternehmen um die Auszeichnung beworben. 300 Firmen setzten sich durch (maximal 100 pro Größenklasse) und erhielten bereits am Jahresanfang das TOP 100-Siegel 2023. Im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summit in Augsburg gratulierte nun Ranga Yogeshwar den Top-Innovatoren persönlich zu diesem Erfolg. Auch die drei Unternehmen Prototec, EOS und Dihesys aus der 3D-Druck-Branche sind dabei. Die Dihesys Digital Health Systems GmbH aus Schwäbisch Gmünd wurde sogar „Innovator des Jahres“ in der Größenklasse bis zu 50 Mitarbeitern.

Health-Tech-Start-up Dihesys: 3D-gedruckte personalisierte Tabletten

Dihesys entwickelt, fertigt und vertreibt ein System für digital gedruckte personalisierte Tabletten. Das System besteht aus Drucker, Software und wirkstoffhaltigen Tinten (2-D-Druck) bzw. Polymeren (3-D-Druck). Damit werden Apotheken und Krankenhäuser in die Lage versetzt, für jeden Patienten Arzneimittel in der exakten Dosierung und Zusammensetzung anzufertigen. Auf diese Weise kann die Anzahl der je Patient einzunehmenden Arzneimittel drastisch reduziert werden, was einen positiven Effekt auf die Therapietreue hat. Personalisierte Arzneimittel reduzieren ferner Nebenwirkungen und machen die Gesamttherapie sicherer und effizienter, weil die Dosis jederzeit geändert und die Wirkstoffe flexibel zusammengesetzt werden können.

Innerhalb von nur zwei Jahren Entwicklungszeit konnten die größten Herausforderungen für den Digitaldruck von Medikamenten gelöst werden. Der erste Dihesys-Drucker wird seit 2021 an Patienten eingesetzt. Wichtigster Erfolgsfaktor sind die drei Gründer. Sie wenden 75 Prozent ihrer Arbeitszeit für Innovationen auf, geben die langfristige Strategie vor und bringen sich auch auf der operativen Ebene sehr aktiv in Innovationsprojekte ein.

Prototec: 3D-Druck-Dienstleistungen bis zur Serie

Die Prototec GmbH & Co. KG aus Attendorn beeindruckte in dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren besonders in der Kategorie Außenorientierung. Das Unternehmen mit acht Mitarbeitern hat investiert und sich zum Lösungsanbieter in der additiven Fertigung entwickelt. Mit der Entwicklung eigener Verfahren und Werkstoffe, mit Kundenschulungen und Fachgesprächen gelingt es ihnen, über den Prototypenstatus hinaus auch für die Serienfertigung interessant und produktiv zu sein. Auf 1.200 Quadratmeter werden zehn Technologien angeboten. Die Hochleistungsmaschinen können rund 50 verschiedene Werkstoffe in 3D-gedruckte Teile umwandeln. Zu den jüngsten Innovationen der Firma zählt die Einführung einer Onlineangebotserstellung. So bekommen die Kunden ihre Angebote ohne Wartezeit. Und in der Forschung und Entwicklung arbeitet Prototecmit der Uni Siegen am Projekt „Mov3d“, bei dem es darum geht, metallische Gelenkstrukturen zukünftig direkt im 3D-Druck erstellen zu können.

EOS: Start-up-Spirit im Bereich der 3D-Druck-Innovation

EOS GmbH Electro Optical Systems aus Krailling zählt bereits zum siebten Mal zu den Top-Innovatoren. Dieses Jahr beeindruckte das Unternehmen der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) besonders in der Kategorie Innovationsklima. Der 3D-Drucker-Hersteller habe sich im Bereich der Innovation einen Start-up-Spirit erhalten. So gibt es Im Jahresverlauf Innovation-Jams und Barcamps auf Bereichsebene, zudem unternehmensweite „Pitch Days“. Hier können sich Mitarbeiter oder Teams um ein Geld- und Zeitbudget für ihre neuen Projekte bewerben. Die Jury besteht dabei aus Vertretern aller Bereiche, die zu bewertenden Innovationsthemen kommen aus allen internationalen Standorten. Neben der Produktentwicklung betreibt EOS gemeinsam mit Partnern aus dem akademischen und industriellen Umfeld Forschungsprojekte. In diesen circa 25 Projekten kooperiert EOS mit etwa 165 Partnern.

Das Auswahlverfahren

Alle Unternehmen, die in dieser 30. Runde des Innovationswettbewerbs das TOP 100-Siegel bekommen haben, hatten zuvor ein wissenschaftliches Auswahlverfahren unter Leitung des Innovationsforschers Prof. Dr. Nikolaus Franke durchlaufen. Er und sein Team hatten das Innovationsmanagement und den Innovationserfolg der Bewerber anhand von mehr als 100 Kriterien in fünf Kategorien überprüft. Zentral bei dieser Analyse sei, ob ein Unternehmen die Innovationsarbeit planvoll angeht und zum Beispiel entsprechende innovationsfreundliche Strukturen und Rahmenbedingungen im eigenen Haus etabliert. Wichtig war auch, ob eine Innovation am Markt Erfolg hat. Damit alle Teilnehmer dieselben Chancen haben, wird das TOP 100-Siegel in drei Größenklassen vergeben, die sich nach der Anzahl der Beschäftigten richten: bis 50 Mitarbeiter, 51 bis 200 Mitarbeiter und schließlich mehr als 200 Mitarbeiter. Die besten drei Top-Innovatoren in jeder der drei Größenklassen kamen in die Auswahlrunde durch die TOP 100-Jury.

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