Geschmoll wegen Zoll Die Industrie hat Angst vor Trump-Rückkehr

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus macht der deutschen Industrie Sorgen, weil es zu Zollerhöhungen kommen könnte.

Trump hat`s doch geschafft – und nicht mal knapp! Nun bibbern die deutsche Industrie und ganz Europa, weil saftige Zölle drohen können. Ein Handelskrieg würde viele hundert Milliarden kosten. Hier einige Kommentare ...(Bild:  D. Osenbyr)
Trump hat`s doch geschafft – und nicht mal knapp! Nun bibbern die deutsche Industrie und ganz Europa, weil saftige Zölle drohen können. Ein Handelskrieg würde viele hundert Milliarden kosten. Hier einige Kommentare ...
(Bild: D. Osenbyr)

Donald Trump steht vor dem Sieg bei der US-Präsidentenwahl und der Rückkehr ins Weiße Haus. Der Republikaner hatte im Wahlkampf ankündigt, die US-Wirtschaft mit Zöllen auf Importware zu schützen. Die Idee, flächendeckende Zölle von 10 oder gar 20 Prozent auf alle Importe und von 60 Prozent auf Einfuhren aus China zu erheben, wird Deutschland und der EU massiv schaden, aber auch der US-Wirtschaft, glaubt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Welt braucht weniger und nicht mehr Handelsbeschränkungen, mahnt auch der Außenhandelsverband BGA. Das Worst-Case-Szenario ist eingetreten, kommentierte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft, und prognostiziert einen Handelskrieg, der Deutschland in den nächsten vier Jahren rund 180 Milliarden Euro kosten kann. Die Industrie sieht das Ganze als einen Epochenwechsel an. Zu befürchten sei nun auch, dass der Ton rauer, der protektionistische Kurs konsequent fortgeführt werde. Für den BDI ist der Wahlausgang ein Weckruf für Deutschland und Europa, um die Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigungsfähigkeit schneller weiter zu entwickeln. Die chemische Industrie hält dabei auch Freihandelsabkommen und Partnerschaften mit anderen Weltregionen für notwendig.

Differenzierte Ansichten zu dem, was mit Trump kommt

Ökonomen rechnen damit, dass Trump im nächsten Jahr zunächst nur selektive, schlagzeilenträchtige Zölle verhängen und weitere Maßnahmen androhen könnte. Für sich genommen, könnte eine solche Eskalation der Handelsspannungen dazu führen, dass die Wachstumsprognose für 2025 für Deutschland (derzeit 0,5 Prozent) um etwa 0,2 Prozentpunkte und die Prognosen für andere europäische Länder um etwa 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert werden müssten, glauben Volkswirte. Würden die USA tatsächlich einen Zoll von 10 Prozent auf alle Importe aus Europa erheben, könnte der Schaden aber noch größer ausfallen. Gleichzeitig dürfte es zu Gegenzöllen seitens der EU kommen. Die würden aber den Außenhandel weiter belasten. Der VDMA sieht das differenzierter, weil Deutschland genau die Maschinen und Anlagen bieten kann, die Donald Trump für seine Re-Industrialisierung dringend brauchen wird. Der Blick in die Zukunft ist beim VDMA also nicht so eingetrübt. Die USA sind außerdem Deutschlands wichtigster Handelspartner und Verbündeter. Deshalb hofft man, dass allein aufgrund der globalen Umbrüche, das Verhältnis zwischen der EU und den USA weiterhin eher gut bleibt. Der Digitalverband Bitkom meint, dass die USA zwar Europas wichtigster Partner bleiben, aber die Rolle des „großen Bruders“, der als Beschützer fungiert, nicht mehr spielt.

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