Demokratische Arbeitsmodelle Die Angst vor dem Machtverlust
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Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Mit neuer Technik alleine ist der Wandel nicht zu schaffen. Mit demokratischen Arbeitsmodellen dagegen schon. Klappt aber nur, wenn alle Beteiligten umdenken.
Die Digitalisierung verändert die Geschäftsmodelle. Neue Branchen und Unternehmen entstehen, alte verschwinden. Davon betroffen sind in erster Linie die Angestellten aller Hierarchiestufen. Sie erleben den Wandel hautnah. Logisch, dass diese Veränderungen nicht nur Freude hervorrufen, sondern auch mit Ängsten verbunden sind, gar mit Widerstand gerechnet werden muss. Dabei schwappt die Digitalisierungswelle derzeit eher langsam in die Fabriken über. Kein Tsunami wie vor ein paar Jahren allenthalben propagiert. Die Konsequenz daraus: In einer Studie der Fachhochschule St. Gallen (FHS) gaben 60 Prozent aller Befragten an, dass sie nicht zufrieden sind mit der Art und Weise, wie ihr Betrieb diese neuen Veränderungen anpacken. Es geht ihnen zu langsam voran. Laut FHS-Studie stehe vor allem das Management in der Pflicht. Es verhindere den Wandel mehr, als dass es ihn vorantreibe.
FHS in St. Gallen
Mehr Partizipation, weniger IT-Nutzung
„Die Mitarbeiter erwarten von ihren Chefs mehr Mitspracherecht und Freiraum bei der Gestaltung ihrer Arbeit“, sagt Prof. Alexandra Cloots, Leiterin der FHS-Studie. „Vor allem in großen Konzernen mit ausgeprägten Hierarchien ist diese Erwartungshaltung groß“, erklärt sie. „Außerdem wünschen sich alle weniger Routinetätigkeiten. Ginge es nach den rund 1000 Teilnehmern der quantitativen FHS-Studie, wäre ihre Arbeit außerdem vermehrt in Arbeitsportfolios organisiert. Jeder Mitarbeiter legt selber fest, welche Tätigkeiten sich in seinem Arbeitsportfolio befinden“, erklärt die Professorin. Dadurch seien die Mitarbeiter aktiver und eben engagierter. Die Leute seien außerdem offener, als sie von ihren Vorgesetzten eingeschätzt werden. Dabei soll die IT-Nutzung aber gesamthaft sinken. Denn, obwohl allen Teilnehmern klar ist, dass die Digitalisierung die Welt verändern wird, wünschen sie sich dennoch weniger digitale Technik im Arbeitsalltag.
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