Anlagensteuerung / Daten-Management
Dezentrale Energieerzeugung: die Cloud ist der Clou

Von Ines Stotz 5 min Lesedauer

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Dezentrale Energieerzeugung auf Basis von Abfall oder lokal vorhandener Brennstoffe – das ist das Metier der noch jungen Entrade AG. Zusammen mit Schneider Electric realisiert das Unternehmen Anlagen mit einer kombinierten Leistung von 32 MW (thermisch) in Liverpool. IoT-Einbindung in die Konzepte für Anlagensteuerung und Daten-Management inklusive.

Das modulare Kraftwerk in Liverpool: In jedem Container befinden sich vier der E4-Kleinkraftwerke.(Bild:  Schneider Electric)
Das modulare Kraftwerk in Liverpool: In jedem Container befinden sich vier der E4-Kleinkraftwerke.
(Bild: Schneider Electric)

Im Jahr 2009 nahm Julien Uhlig an einem Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Äthiopien teil, das den Aufbau von Mikrokraftwerken auf Solarbasis und von kleinen Wasserkraftsystemen in Äthiopien zum Ziel hatte. Als großes Hindernis für das Projekt erwies sich seinerzeit die Verfügbarkeit einer zuverlässigen 24/7-Grundstromversorgung, die nur mit Dieselgeneratoren realisierbar schien. Die Erzeugung von Energie mit vor Ort verfügbarer Biomasse erschien eine gute Alternative, aber kaufbare Lösungen waren zu dieser Zeit nicht erhältlich.

Diese Erkenntnis gab den Impuls zur Gründung der Entrade AG mit Sitz in Pfaffenhofen: Als Leiter von Exzellenzclustern der Energieforschung für die Bundesregierung hatte Julien Uhlig Zugang zu Kapital und zu den besten Forschungslaboren des Landes. Bereits ein Jahr nach Äthiopien entstand ein vollautomatisches, transportables Kleinkraftwerk für Holzhackschnitzel im Containerformat. Es erzeugt in einem Vergasungsprozess aus Biomasse Gas zum Betrieb eines Verbrennungsmotors, der einen Generator antreibt.