Klonen 4.0
Der virtuelle Zwilling steuert die Produktion

Von Julia Moßner 4 min Lesedauer

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Mit einer neuartigen Anwendung des sogenannten digitalen Zwillings will das Fraunhofer-Institut IPK auf der Hannover Messe 2017 die Fachwelt begeistern. Der digitale Zwilling bildet den gesamten Produktionsprozess ab und ermöglicht jederzeit den direkten Eingriff in die Fertigung. Dadurch verschmelzen reale und virtuelle Produktion zu einem sich selbst steuernden Gesamtsystem.

Smarte Fabrik: Bearbeitete Rohlinge werden auf ein fahrerloses Transportsystem (FTS) gehoben.(Bild:  Fraunhofer IPK)
Smarte Fabrik: Bearbeitete Rohlinge werden auf ein fahrerloses Transportsystem (FTS) gehoben.
(Bild: Fraunhofer IPK)

Das Konzept des digitalen Zwillings ist nicht grundsätzlich neu. So lassen sich solche virtuellen Klone beispielsweise für die Simulation von Vorgängen nutzen. „Heute werden Bauteile von Maschinen so designed wie wir es gewohnt sind, künftig werden sie so designed wie es durch Simulation ausprobiert wurde“, erläuterte Dr. Wolfgang Heuring, CEO der Siemens-Geschäftseinheit Motion Control, in einem Interview, das MM MaschinenMarkt auf der AMB 2016 führte.

Auch für die Generierung digitaler Zwillinge haben sich die Forscher des Instituts für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Universität Stuttgart eine höchst raffinierte Methode ausgedacht. Ein recht allgemein gehaltenes virtuelles Maschinenmodell einer Fahrständermaschine mit Leichtbaukinematik wird während des Betriebs auf Basis von Messsignalen kontinuierlich an das reale, dynamische Maschinenverhalten angepasst. Dadurch entsteht ein exakter digitaler Zwilling der Leichtbau-Werkzeugmaschinenstruktur.