Beruf der Zukunft
Der Software-Ingenieur von morgen – Fachspezialist und interdisziplinärer Generalist

Von Marlene Mahlo 5 min Lesedauer

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Im Zuge der Digitalisierung wandelt sich auch der Beruf des Ingenieurs. Denn um die Industrie 4.0 voranzutreiben, ist es nötig, das eigene Wissen ständig zu erweitern und Fachdisziplinen miteinander zu verknüpfen. Eine qualifizierte Belegschaft ist ein entscheidender Faktor.

Digital unterstütze und vernetzte Produkte, Technologien und Dienstleistungen – das alles braucht Fachkräfte mit einer möglichst breiten Expertise. (Bild:  H&D)
Digital unterstütze und vernetzte Produkte, Technologien und Dienstleistungen – das alles braucht Fachkräfte mit einer möglichst breiten Expertise.
(Bild: H&D)

Auch wenn die Digitalisierung immer größere Fortschritte erzielt – in Unternehmen ist der Wandel keinesfalls ein Selbstläufer. Eine qualifizierte Belegschaft ist ein entscheidender Faktor, um neue, innovative Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) wies 2019 in seiner Stellungnahme Digitalisierung der Arbeitswelt: Bisherige Veränderungen und Folgen für Arbeitsmarkt, Ausbildung und Qualifizierung darauf hin, dass digitale Technologien die Arbeitsabläufe in allen Berufen und Branchen verändern. Neue Berufsfelder entstehen, wohingegen andere Berufe zunehmend verschwinden oder sich umformen. Auch deutsche Ingenieure spüren diesen Wandel: Um digital unterstützte und vernetzte Produkte und Technologien bereitzustellen, bedarf es Fachkräften, die möglichst breit qualifiziert sind.

Die digitale Transformation verändert die Arbeitswelt

Der Wandel zur Industrie 4.0 nimmt in den kommenden Jahren nochmals an Fahrt auf. Laut der Unternehmensbefragung 2018 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) plant mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen in den nächsten zwei Jahren im Bereich der Digitalisierung zu investieren. Dieser Tendenz laufen viele hochqualifizierte Ingenieure jedoch hinterher. Das an Hochschulen gelehrte Wissen ist oftmals einseitig und befriedigt die Ansprüche der heutigen Arbeitswelt kaum. Dies merken auch deutsche Unternehmen, die händeringend nach entsprechend qualifizierten Fachkräften suchen. Arbeitnehmer sind daher gefordert, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Die einzelnen Disziplinen vermischen sich zunehmend: Der klassische Ingenieur muss sich Kompetenzen aneignen, die in der Vergangenheit in seinem Umfeld nicht gefordert waren. Das gilt vor allem für Fähigkeiten aus dem IT-Bereich, da die Berufspraxis immer stärker digitalisiert und vor allem softwaregetrieben ist. Der klassische Ingenieur wandelt sich dadurch zu einem spezialisierten Software-Ingenieur, der Kompetenzen aus Ingenieurswesen und Softwareentwicklung in sich vereint.