Kommentar
Demographisches Defizit: Länger arbeiten oder mehr Roboter?

Von Henk Grootveld * 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Erwerbsquoten sinken, da immer mehr Menschen früher aufhören zu arbeiten. Kann die Automatisierung die dadurch aufkommenden Probleme lösen? Oder sollte das Renteneintrittsalter einfach erhöht werden?

Um der wachsenden Nachfrage im Freizeit- und Gesundheitsbereich gerecht zu werden, sollten immer mehr digitale Innovationen eingesetzt werden. Roboter könnten uns so ein früheres Renteneintrittsalter ermöglichen.(Bild:  Gemeinfrei // Pexels)
Um der wachsenden Nachfrage im Freizeit- und Gesundheitsbereich gerecht zu werden, sollten immer mehr digitale Innovationen eingesetzt werden. Roboter könnten uns so ein früheres Renteneintrittsalter ermöglichen.
(Bild: Gemeinfrei // Pexels)

Seit wir uns zurückerinnern können, kurbelt die wachsende Zahl der Arbeitskräfte die Weltwirtschaft an. Diese demografische Dividende, zunächst durch den Babyboom der Nachkriegszeit angetrieben, schuf ein ideales Umfeld für die Rentabilität der Unternehmen und den Anstieg der Aktienkurse. Sie war eines der vier Phänomene der vergangenen 40 Jahre, welche die Kapitalkosten ungewöhnlich niedrig hielten. Diese werden sich nun aber unserer Meinung nach umkehren. Wir erleben den Übergang von einer wachsenden, jugendlichen Gesellschaft zu einer schrumpfenden, alternden Gesellschaft. Damit wird ein neues demografisches Defizit geschaffen, das zu höherer Inflation und höheren Kapitalkosten führen wird.

Die größten Volkswirtschaften der Welt, Nordamerika, Europa, Japan und China, werden nicht mehr von einem stetigen Wachstum der Erwerbsbevölkerung profitieren. Stattdessen werden ihre Arbeitskräftepools in den kommenden Jahrzehnten in ein demografisches Defizit um bis zu 1 % jährlich schrumpfen. Ist dieses Defizit vermeidbar? Eine mögliche Lösung besteht darin, die Erwerbsbeteiligung allerzu erhöhen.