An der Beuth Hochschule wird an zwei transdisziplinären Forschungsverbünden Data Science +X und Humanoide Robotik und Mensch-Technik-Interaktion (HARMONIK) gearbeitet, die zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Das ZFI unterstützt.
Im Rahmen des Forschungsverbundes HARMONIK wurde Roboter Myon an der Beuth Hochschule konstruiert.
(Bild: Ernst Fesseler, Beuth Hochschule für Technik Berlin)
Die Kommission für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde an der Beuth Hochschule vor allem von zwei Forschungsverbünden überzeugt: HARMONIK und Data Science +X. Dabei stachen Thema, bisherige wissenschaftliche Leistungen der Mitglieder und die gemeinsame Forschungsstärke heraus. Im Rahmen der Hochschulstrategie Stadt der Zukunft wollen Verbünde einen fruchtbaren interdisziplinären Austausch auf Basis einer gemeinsamen thematisch-fachlichen Forschungsagenda fördern.
Data Science +X
Bei dem Forschungsverbund Data Science +X handelt es sich um eine Graduiertenschule, die vom Bund (BMBF, BMWi, BMU), der DFG oder der EU finanziert wird. Seit 2015 arbeiten 12 Professorinnen und Professoren aus den Fachbereichen Medien und Informatik (VI), Mathematik, Physik, Chemie (II) und Life Sciences and Technology (V) im engen wissenschaftlichen Austausch miteinander. Themen sind dabei vor allem Deep Learning, Text Mining, Image Mining, Federated Learning, Human-Computer Interaction, Reinforcement Learning, Learning Analytics, Data Quality und Web Mining. Prof. Dr.-Ing. habil. Alexander Löser aus dem Fachbereich VI ist Sprecher dieses Verbundes.
Die Forscherinnen und Forscher haben eine leistungsfähige Recheninfrastruktur mit 11.400 TeraFlops zur Verfügung und arbeiten an zahlreichen Projekten mit mehr als 50 Kooperationspartnern aus den verschiedensten Disziplinen. Ziel ist es künstliche Intelligenz in wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Kontexten einzusetzen, wie AI+Health, Lifelong Learning, Supply Chain Management, Hate-Speech-Erkennung, Socio-Ecological Transformation oder Bio-Informatik. Dabei sollen die Forscherinnen und Forscher zu Doktoranden ausgebildet werden. Außerdem werden die ersten Promotionen mit Partneruniversitäten für 2020 erwartet.
Humanoide Robotik und Mensch-Technik-Interaktion (HARMONIK)
Der Forschungsverbund Humanoide Robotik und Mensch-Technik-Interaktion (HARMONIK) befasst sich mit der Untersuchung einer menschzentrierten, selbstbestimmten sowie zuverlässigen und informationssicheren Interaktion zwischen Mensch und neuartigen humanoiden Roboter-Assistenzsystemen. Anwendungsfelder sind unter anderem Industrie 4.0, Gesundheitswesen und Rehabilitation sowie der Kontext des häuslichen Lebens.
Zur Weiterentwicklung der humanoiden Robotik müssen mehrere Faktoren miteinander in Wechselwirkung stehen: Soziales Metaverhalten (zum Beispiel kontextsensitives Verhalten, soziale Wirkmechanismen), Körperliche Intelligenz (wie passive Funktionen, mechanische Robustheit), Technisches Eigenverhalten (beispielsweise Kollaboration, künstliche Intelligenz) und Schnittstellen-Verarbeitung (unter anderem Sensorik/Aktorik, Stabilität). Das sind die Schwerpunkte der Forschergruppe, die in zahlreichen Forschungsprojekten untersucht und weiterentwickelt werden.
Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ivo Boblan arbeiten daran 15 Professorinnen und Professoren aus den fünf Fachbereichen Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften (I), Mathematik, Physik, Chemie (II), Informatik und Medien (VI), Elektrotechnik, Mechatronik, Optometrie (VII) und Maschinenbau, Veranstaltungstechnik, Verfahrenstechnik (VIII). Gefördert wird die Gruppe unter anderem vom Land Berlin, Bund (BMBF, BMWi), der DFG und Partnern aus der Gesundheitsversorgung.
„Die Forschungsverbünde an der Beuth Hochschule wollen interdisziplinäre Forschung und ihren Transfer in die Gesellschaft stärken, die Forschungsleistungen im Rahmen der Hochschulstrategie Stadt der Zukunft bündeln und die Synergieeffekte fördern“, erklärt Prof. Dr. Silke Köhler, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer. „Mit der strategischen Vernetzung der forschungsstarken Professuren mit ihren Kooperationspartnern in den Verbünden eröffnen wir die Möglichkeit, wissenschaftliche Ergebnisse und Synthesen zu erzielen, die über die Arbeit in Einzelprojekten deutlich hinausgehen.“ Außerdem sollen die Verbünde den wissenschaftlichen Nachwuchs strukturiert und qualifiziert fördern. Denn „auch Studierende sind als studentische Hilfskräfte in die Projekte eingebunden und sammeln praktische Erfahrungen mit Forschungsmethoden und -umgebungen. Sie bilden eine zusätzliche Schnittstelle für einen zeitgemäßen Transfer von aktuellen Forschungsergebnissen in die anwendungsorientierte Lehre an der Beuth Hochschule für Technik Berlin.“
Stand: 08.12.2025
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Ein Beitrag zur Umwelt
Die Schwerpunkte, mit denen sich die Forschungsverbünde befassen, leisten einen wissenschaftlichen Beitrag zur Lösung aktueller, drängender Nachhaltigkeitsprobleme sowie gesellschaftlicher Fragestellungen großer Städte und Ballungsräume. Deshalb wurden die Verbünde in das Zentrum für Forschung und Innovation (ZFI) aufgenommen, einer Zentraleinrichtung der Beuth Hochschule zur Förderung der Forschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses. Hier wird beiden Projekten eine nachhaltige und effektive Unterstützung der zukünftigen Arbeit in den Verbünden gegeben. Zudem erhöht sich dadurch ihre Sichtbarkeit innerhalb und außerhalb der Hochschule.
* Monika Jansen arbeitet im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Beuth Hochschule für Technik Berlin.