Am 18. November 2021 wurden zum neunten Mal im Rahmen der Formnext die Preisträger der purmundus challenge ausgezeichnet. Insgesamt acht Einreichungen erhielten die begehrten Trophäen in Gold. Wir stellen die Gewinner vor.
In einer feierlichen Verleihung auf der Formnext erhielten die Sieger die purmundus challenge trophy sowie Preise im Gesamtwert von 30.000 Euro.
(Bild: Mesago)
Im Rahmen der Formnext wurden die Finalisten der diesjährigen purmundus challenge, die 2021 unter dem Motto „Innovation in Progress“ stattfand, präsentiert. Die prämierten Entwicklungen reichen dabei vom Ballettschuh über 3D-gedruckte Musikinstrumente, Fahrradhelme bis hin zum Wärmetauscher und Bremssattel.
Studie: Additive Fertigung - so wird sie genutzt!
Kann sich die additive Fertigung in der Serie etablieren? Wieso steigen Unternehmen auf AM um? Und was spricht gegen den 3D-Druck? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, haben wir 453 Anwender aus Kernbereichen der Industrie befragt. Alle Ergebnisse finden Sie in unserer neuen Marktstudie.
Der Spitzenschuh für klassisches Ballett und zeitgenössischen Tanz soll fünf mal länger halten als herkömmliche Ballettschuhe und die Schmerzen drastisch reduzieren. Durch die 3D-gedruckte Sohle in Kombination mit einem Obermaterial werden neue Möglichkeiten der Bewegung geschaffen.
(Bild: act‘ble/ Purmundus Challenge)
Der 1. Preis ging an Sophia Lindner von der act'ble GmbH für die Entwicklung eines Ballettschuhs mit 3D-gedruckter Sohle. Act'ble ist ein junges Unternehmen, das in Zusammenarbeit mit Spitzensportlern einen neuen Ballettschuh für klassisches Ballett und zeitgenössischen Tanz entwickelt hat Er soll fünfmal länger halten als herkömmliche Ballettschuhe und die körperlichen Schmerzen drastisch reduzieren. Durch das patentierte Konzept einer 3D-gedruckten Sohle in Kombination mit dem Obermaterial entstehen neue Möglichkeiten der Bewegung und des individuellen künstlerischen Ausdrucks.
Das Reise-Saxophon ist das kleinste und leichteste elektronische Saxophon der Welt. Es verwendet ein Standard-Saxophon-Mundstück. Die Position der Tasten imitiert ein herkömmliches Saxophon, der Druck des Atems bestimmt die Lautstärke.
(Bild: Odisei Music SL/Purmundus Challenge)
Der 2. Preis ging an ging an Ramon Mañas, Odisei Music SL, für das Travel Sax. Entworfen und hergestellt in Barcelona, ist das Travel Sax das kleinste und leichteste elektronische Saxophon der Welt. Bei der Produktion des Saxophons, das bereits von 1.200 Kunden weltweit gespielt wird, kommen die neuesten 3D-Drucktechnologien zum Einsatz. Der MIDI-Controller kann sowohl mit dem Smartphone als auch mit dem PC zusammenarbeiten. Die Position der Tasten ist einem herkömmlichen Saxophon nachempfunden; die Lautstärke wird über den Druck des Atems reguliert. Mit dem elektronischen Saxophon kann geübt werden, ohne Nachbarn zu stören.
Der individuell angepasste Fahrradhelm HEXR wird hybrid gefertigt und verwendet eine Wabenstruktur, um einen sicheren Kopfschutz zu bieten. Diese und weitere kleinere Komponenten werden aus einem nachhaltigen PA11 3D-gedruckt.
(Bild: HEXR/Purmundus Challenge)
Den 3. Preis gewannen Jamie Cook, Henry Neilson, Theo Clarkes, Mark Brown, Jess Lewis sowie George Jary von HEXR mit ihrem Projekt eines 3D-gedruckten Fahrradhelms. Nach Angaben von HEXR soll der gleichnamige Helm der weltweit erste individuell anpassbare 3D-gedruckte Fahrradhelm sein. Das Design aus Wabenstrukturen vereint Komfort und Sicherheit. Bei Erstellung des Helms wird der Kopf gescannt und mittels der eigens entwickelten App vermessen. Das passgenaue Design wird anschließend automatisch auf dem Server generiert. Das PA11-basierte Material besteht zu 100 Prozent aus Rizinusöl. Die inneren Wabenstrukturen und die kleineren Helmkomponenten werden 3D-gedruckt. Der Helm wird nicht nur nach Maß gefertigt, sondern zusätzlich mit der Gravur des Kunden personalisiert.
Weitere Spezialpreise
Individuell 3D-gedruckte Unterarmprothetik
(Bild: macu4 AG/Purmundus Challenge)
Die Special Mention erhielten Dr. Myriam Lingg, Lukas Schiller und Alec Chevrot (macu4 AG) für ihre Macu4 Forearm Prosthetics – atmungsaktive und individuelle Prothesen für den Unterarm. Die individuell 3D-gedruckte Unterarmprothetik macu4 ist modular aufgebaut. Ihr Schaft kann mit verschiedenen funktionalen Händen kombiniert werden.
3D-gedruckter Softroboter
(Bild: Singapore University of Technology and Design/ Purmundus Challenge)
Mit dem Innovation Prize ausgezeichnet wurden Pablo Valdivia y Alvarado, Narasimha Boddeti, Tien Van Truong, Vincent S. Joseph, Thileepan Stalin, Theo Calais, Shien Yang Lee und Martin L. Dunn (Bio-inspired Robotics and Design Laboratory - Singapore University of Technology and Design, Washington State University, University of Colorado Denver) für das Projekt “Bespoke 3D Printed Soft Robots”. Der maßgeschneiderte 3D-gedruckte Softroboter besitzt weiche, hyperelastische Flossen, die eine hohe Vortriebsleistung ermöglichen. Sie werden mittels Direct-Ink-Writting (DIW) aus Silikonpolymeren hergestellt.
Saftpresse
(Bild: Roberto Trunfio/Purmundus Challenge)
Den Publikumspreis erhielt Roberto Trunfio und seine 3D-gedruckte Saftpresse namens Delijuice, die mit Filament aus verarbeiteten Zitrusfruchtabfällen hergestellt wurde.
Wärmetauscher
(Bild: Aidro/ Purmundus Challenge)
Der Altair Simulation Driven Design Award 2021 ging an Tommaso Tirelli, Aidro - Desktop Metal Company, und sein Toucan Beak – eine Lösung für effiziente, 3D-gedruckte Leichtbau-Wärmetauscher. Der Wärmetauscher besitzt additiv gefertigte Mikrokanalstrukturen durch Laserschmelzen. Sein bio-inspiriertes Design beruht auf multidisziplinärer topologischer Optimierung und Simulation mit maschinellem Lernen. Durch die größere Oberfläche bei gleichem Volumen wird eine thermische Effizienzsteigerung erzielt.
Fahrradbremssattel
(Bild: ETH Zürich/Purmundus Challenge)
Für die Entwicklung eines 3D-gdruckten Bremssattels inklusive Funktionsintegration wurden Aschraf Danun, Michael Wehrli, Remo Elmiger, Ole Müller, Tiago Ogris, Tom Felder und Prof. Mirko Meboldt von der ETH Zürich - Product Development Group Zurich mit dem Newcomer Prize prämiert. Der aus einem Teil, statt früher aus 11 Teilen, bestehende Fahrradbremssattel integriert interne Fluidkanäle und eine nachgiebige Membran. Das Design ist skalierbar und könnte auch in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie eingesetzt werden.
Stand: 08.12.2025
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