Datenanalyse
Das Mobilfunknetz zur Regenmessung

Von Monika Landgraf* 4 min Lesedauer

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Regenmessungen sind von großer Bedeutung. Sie kommen bei der Hochwasserfrühwarnung und auch in der Landwirtschaft zum Einsatz. Weil flächendeckende Messungen bislang zu teuer sind, fehlen jedoch für viele Regionen weltweit präzise Daten. Ändern könnte sich das mit einer neuen Methode, die gerade ihren Praxistest bestanden hat.

Regenmessen mit dem Mobilfunknetz: Je mehr Niederschlag fällt, desto schwächer wird das Signal, mit dem die Funkmasten Informationen austauschen.(Bild:  Cynthia Ruf, KIT)
Regenmessen mit dem Mobilfunknetz: Je mehr Niederschlag fällt, desto schwächer wird das Signal, mit dem die Funkmasten Informationen austauschen.
(Bild: Cynthia Ruf, KIT)

Mit Hilfe des Mobilfunknetzes gelang es Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Augsburg erstmals, deutschlandweit eine Regenmessung durchzuführen. Jetzt ist der Einsatz der Technologie in Westafrika geplant. Die Ergebnisse veröffentlicht das Team aktuell in den Fachzeitschriften Hydrology and Earth System Sciences und Atmospheric Measurement Techniques.

Neue Methode zur Regenmessung

Für Mobilfunknetze und deren Leistungsfähigkeit kann Regen eine erhebliche Beeinträchtigung sein. Dies ist für Telekommunikationsunternehmen ein Problem, für die meteorologische Forschung jedoch ein immenser Vorteil. „Wir haben aus dieser Interaktion zwischen Wettergeschehen und menschlicher Technologie eine gänzlich neue Methode zur Regenmessung entwickelt“, sagt Professor Harald Kunstmann vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung - Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU), dem Campus Alpin des KIT. „Wenn ein Mobilfunknetz vorhanden ist, brauchen wir weder eine neue Infrastruktur noch zusätzliches Bodenpersonal.“ Gemeinsam mit Forschenden der Universität Augsburg gelang seinem Team am KIT nun die erste flächendeckende Regenmessung mit der neuen Methode in Deutschland. Aus der niederschlagsbedingten Abschwächung der Funkverbindung zwischen mehreren tausend Mobilfunkmasten konnten sie zeitlich hoch aufgelöste Regenkarten generieren. „Beim Vergleich mit den Messwerten des Deutschen Wetterdienstes zeigt sich, dass wir eine hohe Übereinstimmung erzielt haben“, erklärt Maximilian Graf aus dem Forscherteam.

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