Digitalisierung
Cybersecurity in der Medizintechnik – eine reale Bedrohung

Von Kathrin Schäfer 8 min Lesedauer

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Hackerangriffe auf Krankenhäuser mittels Computerviren haben sich zuletzt gehäuft. Sicherheitslücken bei Medizinprodukten sorgten zusätzlich für Unbehagen. Das Thema Cybersecurity können Medizintechnikfirmen nicht mehr auf die lange Bank schieben.

Viren der ganz anderen Art bedrohen immer öfter Gesundheitseinrichtungen und Medizintechnikunternehmen. Es gilt aufzurüsten, um Hackerangriffen vorzubeugen und Cybersecurity zu gewährleisten.(Bild:  ©peterschreiber.media - stock.adobe.com)
Viren der ganz anderen Art bedrohen immer öfter Gesundheitseinrichtungen und Medizintechnikunternehmen. Es gilt aufzurüsten, um Hackerangriffen vorzubeugen und Cybersecurity zu gewährleisten.
(Bild: ©peterschreiber.media - stock.adobe.com)

Gut zwei Jahre ist es her, dass ein Hackerangriff das städtische Klinikum in Neuss nahe Düsseldorf lahmgelegt hat. Die Folge: Operationen konnten nicht stattfinden. Sämtliche IT-Systeme wurden heruntergefahren. Die Klinik ging quasi offline. Auf einmal wurden Dokumente wieder ausgedruckt, gefaxt oder per Boten an den Empfänger überbracht. Eine Horrorsituation für sämtliche Betroffenen. Externe IT-Spezialisten wurden eingeschaltet; ebenso Beamte des Kompetenzzentrums Cybercrime des Landeskriminalamtes sowie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die gute Nachricht: Kein Patient ist damals zu Schaden gekommen. Nicolas Krämer, Geschäftsführer des Lukaskrankenhauses, gibt sich im Gespräch mit NGZ Online erleichtert, dass keine Patientendaten verlorengingen. Die schlechte Nachricht: Der finanzielle Schaden werde auf eine Million Euro geschätzt, so Krämer damals.

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Er und seine Kollegen haben aus diesem Vorfall gelernt. Das Krankenhaus hat in die Schulung seiner Mitarbeiter investiert – der Virus wurde seinerzeit über einen E-Mail-Anhang eingeschleust. Die IT wurde aufgerüstet, technisch wie personell. Doch der Fall in Neuss war kein Einzelfall und leider auch nicht der letzte seiner Art: Rechner anderer Klinikstandorte, beispielsweise in Kleve und Kalkar, waren damals ebenfalls von einem Computervirus befallen. Und erst jüngst, nämlich im November 2018, wurde das Klinikum Fürstenfeldbruck von einem Mail-Trojaner angegriffen. Krankenwagen fuhren die Klinik mehrere Tage nicht mehr an. Sämtliche Computer waren lahmgelegt. Es funktionierten nur noch die Telefone.