Cyber-Fischzug Für äußerst effektive Cyberkriminelle ist der „Spaß“ vorbei

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Nach jahrelangen Cyber-Attacken auf rund 130 deutsche Unternehmen haben Ermittler zwei Hauptverdächtige und Drahtzieher ausfindig gemacht ...

Aus für sehr erfolgreiche Cyberkriminelle! Nach langer Fahndung hat man nun zwei Haupttäter dingfest machen können, die dafür verantwortlich sind, über 100 Unternehmen in Deutschland mit Ransomware angegriffen zu haben, um – durchaus mit Erfolg – Lösegeld zu erpressen.(Bild:  Knast & Co.)
Aus für sehr erfolgreiche Cyberkriminelle! Nach langer Fahndung hat man nun zwei Haupttäter dingfest machen können, die dafür verantwortlich sind, über 100 Unternehmen in Deutschland mit Ransomware angegriffen zu haben, um – durchaus mit Erfolg – Lösegeld zu erpressen.
(Bild: Knast & Co.)

Von den beiden identifizierten Haupttätern der Cyberangriffe auf deutsche Firmen ist der eine wohl der mutmaßliche Kopf von zwei Hackergruppen. Der andere der mutmaßliche Programmierer, der von diesen Gruppen genutzten Schadsoftware. Das teilten zumindest das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit. Es war aber auch eine weltweite Fahndung nach den beiden Gesuchten im Gange gewesen. Liest man die Haftbefehle, dann steht dort, dass die beiden Männer zwischen 2019 und 2021 an Angriffen der Gruppen auf insgesamt 130 Unternehmen und Einrichtungen in Deutschland beteiligt gewesen sind. In 25 Fällen ist demnach das geforderte Lösegeld bezahlt worden. Der finanzielle Gesamtschaden durch Lösegeld belaufe sich auf rund 1,8 Millionen Euro, der wirtschaftliche Schaden sogar auf rund 35 Millionen. Alleine einem Unternehmen aus Baden-Württemberg sei ein Schaden in Höhe von rund neun Millionen Euro entstanden.

Schon zu Beginn des Jahres gab es Erfolge

Bereits im Januar wurde ein wichtiges Mitglied einer der beiden Hackergruppen, der berüchtigten „GandCrab“, wegen Computersabotage und Erpressung mit einer manipulierten Software zu einer Gefängnisstrafe von sieben Jahren verurteilt. Als mutmaßliches Gruppenmitglied soll er die Netzwerke von 22 deutschen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen lahmgelegt haben – fieserweise darunter auch Krankenhäuser und Kliniken, aber auch die Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln Cyberkriminelle die Unternehmensdaten auf Servern und Computern ihrer Opfer mit hochkomplexer Schadsoftware, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Taktik, um ans Lösegeld zu kommen. Eine Entschlüsselung wird also nur gegen Zahlung eines Lösegelds (englisch = ransom) in Aussicht gestellt, was meist in schwer nachverfolgbarem Bitcoins passiere. Häufig drohen die Täter zusätzlich mit der Veröffentlichung sensibler gestohlener Daten auf sogenannten Leak Sites im Darknet, um den Druck auf die Betroffenen so zu erhöhen.

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