Eine "smarten Exit“ aus dem Lockdown soll das digitale Corona-Gesundheitszertifikat ermöglichen, das Ubirch und ein Konsortium entwickelt haben. Es handelt sich um eine sichere digitale „End-to-end“-Lösung auf Blockchain-Basis für einen bundesweiten Test-Prozess.
Basis des digitalen Corona-Gesundheitspasses ist eine Blockchain.
Fakt ist: Der Ausstieg aus dem Lockdown ist beschlossene Sache. Er soll zwar mit Augenmaß, doch anders als der Einstieg bundesweit halbwegs einheitlich erfolgen - sieht man von der üblichen Extrawurst, die in Bayern gebraten wird, einmal ab.
An einem digitalen Konzept, das diesen Prozess und die Revitalisierung der Wirtschaft unterstützen könnte, arbeiten der Kölner IoT- und Blockchain-Spezialist Ubirch in einem Konsortium aus namhaften Unternehmen und Organisationen. Konkret geht es dabei um eine IT-Infrastruktur, die den Corona-Status einer getesteten Person in eine Blockchain verankert und so für alle Parteien - Gesundheitswesen, Patienten, Wirtschaft - jederzeit digital nutzbar macht.
Sichere digitale Lösung für bundesweiten Test-Prozess
Menschen mit geringem Infektionsrisiko bzw. nach überstandener Infektion können mit einem Gesundheitszertifikat ausgestattet werden, vergleichbar mit einem „digitalen Corona-Impfpass“. Mit diesem Zertifikat können Nachweise in vielfältigen Situationen geführt werden, z.B. um in systemrelevanten Einrichtungen zu arbeiten, mit Immunität generell wieder in den gewohnten Arbeitsprozess zurückzukehren oder einen internationalen Flug anzutreten.
Ubirch stellt gemeinsam mit Herstellern medizinischer Geräte, Laboren, Kliniken, Klinikdaten-Managementsystemen und Authentifizierungsanbietern eine Lösung vor, die eine überprüfbare Kette von Prozessergebnissen schafft: von der Bereitstellung einer medizinischen Probe, deren Handhabung in Kliniken oder anderen Standorten, über den Prozess der (halb-)automatischen Labortests bis zur Vorlage bei anfordernden Stellen.
Das Konsortium hat mit Partnern aus Nordrhein-Westfalen, Frankfurt und Berlin eine sichere digitale „End-to-end“-Lösung für einen bundesweiten Test-Prozess entwickelt, der auf ganz Europa ausgeweitet werden kann. Die etablierte Lösung umfasst dabei die Prozessschritte der Anamnese von Verdachtsfällen, Probenahme, Laborauswertung, Mitteilung der Testergebnisse und Übermittlung der Daten an weitere Stellen wie beispielsweise eine bundesweite zentrale Datenbank.
Prozess-Zertifizierung in Blockchain verankert
Die Lösung basiert auf einer in der Blockchain verankerten Prozess-Zertifizierung, die mit der Entnahme einer medizinischen Probe beginnt. Die Probe wird im Testzentrum mit einer pseudonymen Identität des Patienten gekoppelt. Diese pseudonyme Identität generiert ein Identitätsprovider, bei dem es sich um eine sogenannte "Self Sovereign Identity-Anwendung" oder das Personal handeln kann in dem Moment, in dem die Probe vom Patienten genommen wird.
Sie wird während des gesamten folgenden Prozesses in Verbindung mit der Probe verwendet und von Ubirch in der Blockchain bei govdigital verankert, um sicherzustellen, dass auch ein Zeitstempel für die Entnahme erfasst wird. Bei jedem Schritt, der Informationen zur Probe hinzufügt oder ändert, wird eine solche Verankerung durchgeführt. govdigital, eine Genossenschaft von zehn IT-Dienstleistern der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen), bietet diesen Service im Rahmen ihrer vertrauenswürdigen und sicheren Blockchain-Infrastruktur für Aufgaben der Daseinsvorsorge an.
Matthias Kammer, Geschäftsführer von govdigital: „Wir freuen uns, als Beitrag zur Daseinsvorsorge das Digitale Corona-Gesundheitszertifikat in den sicheren und vertrauenswürdigen Rechenzentren unserer Mitglieder in einer Blockchain verankern zu können.“
Kette der Ereignisse lässt sich über Ubirch-Verifikationsdienst prüfen
Damit die Kette von Ereignissen auch verifiziert werden kann, kann der Hash der verankerten Daten jeweils von der nächsten Partei zur Überprüfung verwendet werden, die die Probe bearbeitet. Das gilt z.B. für das Labor, das die Entgegennahme der Probe und eine Verknüpfung der Testergebnisse mit dem Hash der vorigen Einheit verknüpft, die die Probe bearbeitet hat.
Die Testergebnisse selbst werden nicht in der Blockchain verankert. Sie werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben an die Klinik oder direkt an den Patienten weitergeleitet, der die Ergebnisse und die Kette der Ereignisse nun über den Verifikationsdienst von Ubirch überprüfen kann.
An diesem Punkt kann eine komprimierte Version des Ergebnisses z.B. auch als verifizierter Nachweis in eine SSI-Anwendung geladen und bei Bedarf vorgezeigt werden. In ähnlicher Weise ist eine Koppelung des Systems mit Zugangskontrollsystemen bei Produktionsbetrieben, Flughäfen oder anderen Stellen möglich.
Ubirch CEO Stephan Noller: "Ein verlässlicher Corona-Status wird in den nächsten Monaten ein ganz entscheidendes Merkmal sein, um wieder zu mehr Normalität zurückkehren zu können. Wir glauben, dass unsere gemeinsame Lösung dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann - vor allem, weil sie sich explizit auch an die Wirtschaft richtet, und nicht nur an den Gesundheitssektor."
Stand: 08.12.2025
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Lösung ist datenschutzkonform
In den kommenden Monaten wird die Vorlage eines unanfechtbaren, authentischen, medizinischen Corona-Testergebnisses z.B. bei Behörden, Arbeitgebern, in Kliniken oder an sicherheitskritischen Standorten zu einem entscheidenden Element für das Hochfahren der Wirtschaft und die Rückkehr zu einem normalen sozialen Leben. Dies auf eine datenschutzfreundliche Art und Weise zu ermöglichen, wird auch entscheidend sein, um Schaden für die Zivilgesellschaft und die Grundrechte zu vermeiden.
Das Konsortium besteht aus folgenden Unternehmen bzw. Einrichtungen:
Ubirch GmbH,
Bundesdruckerei,
Universitätsklinik Köln,
Lufthansa Industry Solutions GmbH,
Centogene AG,
Labor Dr. Wisplinghoff,
Healex GmbH,
Digital Health Germany e.V.,
Boston Consulting Group (BCG),
govdigital eG,
mDoc GmbH,
Gesundheitsamt der Stadt Köln.
Standardwerk zu Blockchain in SAP
Experten der Camelot Innovative Technologies Lab GmbH (Camelot ITLab) haben ein umfassendes Buch zu „Blockchain mit SAP“ veröffentlicht. Es vermittelt Grundlagen zur Entwicklung von Blockchain-Anwendungen im SAP-Umfeld und bespricht konkrete Szenarien, Lösungen und Beispiele, die Unternehmen helfen, die innovative Technologie für sich nutzbar zu machen.
Das Werk präsentiert auf knapp 500 Seiten vielfältige Anwendungsszenarien sowie Pilotprojekte, und demonstriert so das enorme Potential von Enterprise Blockchains im Unternehmenskontext. Es bündelt erfahrungsbasiertes Wissen aus Projekten mit Großunternehmen in der Pharmabranche, aber auch der Telekommunikationsindustrie. So hat Camelot ITLab zusammen mit SAP und der Deutschen Telekom ein Blockchain-Pilotprojekt durchgeführt, um dem Diebstahl von Smartphones entgegenzuwirken. Dieses und andere Projekte basieren auch auf der von Camelot ITLab entwickelten Hypertrust Plattform, deren Architektur in einem eigenen Kapitel erläutert wird.
Das Standardwerk „Blockchain mit SAP“ ist im Rheinwerk Verlag in der Fachreihe SAP PRESS erschienen und ist für 79,90 EUR sowohl beim Verlag selbst als auch im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8362-6914-8). Eine E-Book-Version ist verfügbar, ebenso ein Bundle aus Buch und E-Book.