Datenanalyse Big Data in der Produktion: große Daten = großes Potential?
Big Data – das sind Google und Facebook. Ja, aber: Auch produzierende Unternehmen horten wahre Datenschätze. Während Facebook das Benutzerverhalten für zielgerichtete Werbung analysiert, können Unternehmen wichtige Informationen zur Wartung erlernen. Die Chancen, die sich durch Datenerfassung, -auswertung und -nutzung ergeben, sind enorm.
Ein Blick in heutige Produktionsanlagen: Pro Sekunde entstehen hier Tausende von Informationen. Sensoren messen Geschwindigkeit und Qualität der Fertigung, Steuerungen horten wichtiges Wissen über den Zustand von Maschinen und Anlagen. Ursprünglich haben Unternehmen diese Informationsquellen gezielt für die Automatisierung ihrer Fertigung eingerichtet. Durch die Vernetzung von Maschinen und das Internet der Dinge werden hier inzwischen Datenmengen generiert, die das Volumen jeder anderen Branche übersteigen. Durch intelligente Datenauswertung können Daten in Erkenntnisse überführt werden, die Entscheidungen unterstützen oder sogar Grundlage für automatisierte Handlungen und Optimierungen sein können. Was sind die größten Einflussfaktoren auf die Produktivität meiner Fabrik? Wie kann ich Maschinenausfälle vermeiden? Wie kann ich die Qualität meiner Produkte erhöhen? Wie kann ich Energie einsparen? Frost & Sullivan leiten von Big Data Analytics enorme Optimierungspotenziale ab: eine Steigerung der Produktionseffizienz von zehn Prozent, eine Reduktion der Betriebskosten um fast 20 Prozent und eine Reduktion der Instandhaltungskosten um 50 Prozent. Roland Berger benennt dies mit einer Gesamtsumme von 1,25 Billionen Euro bis 2025, die in Europa durch Digitalisierung in der Industrie zusätzlich gehoben werden können.
Das Bewusstsein vom Wert der Daten wächst also zunehmend. In der IT-Branche ist dies eine Selbstverständlichkeit. Technologieunternehmen wie Google oder Facebook fußen ihr gesamtes Geschäftsmodell auf der intelligenten Datenauswertung und erzeugen jährliche Gewinne von mehreren Milliarden US-Dollar. Big-Data-Methoden sind hier schon lange etabliert, Rechenleistung und Speicher sind erschwinglich, die Fortschritte im maschinellen Lernen sind enorm und Frameworks zur Nutzung dieser Verfahren frei verfügbar. Doch der Einsatz von Big-Data-Methoden ist im Maschinen- und Anlagenbau, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, nach wie vor verhalten. Laut einer McKinsey-Studie von 2016 verstehen nur 15 Prozent der Betriebe in der industriellen Fertigung Daten als Teil der Wertschöpfung. In 50 Prozent der Unternehmen bleiben Daten für die Entscheidungsfindung gänzlich ungenutzt.
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