Harz mit fließendem Weich/fest-Übergang 3D-gedruckter Braille-Generator mit variierenden Steifigkeiten

Von Dipl.-Ing. Dorothee Quitter 1 min Lesedauer

Aus einem neuartigen Material haben Ingenieure und Chemiker des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) und des Facebook-Mutterkonzerns Meta per 3D-Druck ein Gerät hergestellt, das Textnachrichten in die Blindenschrift Braille übersetzt. Mit dem Harz können Steifigkeitsgradienten umgesetzt werden, wie sie auch in der Natur vorkommen.

Der am Finger tragbare Blindenschrift-Generator besteht aus einem Material, bei dem im 3D-Druck fließende Übergange von weich zu fest umgesetzt werden können.(Bild:   Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL))
Der am Finger tragbare Blindenschrift-Generator besteht aus einem Material, bei dem im 3D-Druck fließende Übergange von weich zu fest umgesetzt werden können.
(Bild: Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL))

Das neue 3D-Druck-Material ist menschlichem Gewebe nachempfunden. Wie das LLNL mitteilt, können aus dem Photopolymerharz Bauteile im 3D-Druckverfahren Digital Light Processing hergestellt werden, bei denen der Übergang von weich zu fest fließend ist. Gesteuert werde das durch die Lichtdosis, die das Material aushärtet. Eine geringere Lichtintensität führe zu weicherem, eine höhere zu steiferem Material.

Umgesezt haben die Ingenieure von Meta damit einen Braille-Generator, der Textnachrichten in die Blindenschrift Braille übersetzt. Dazu werden die Punkte, aus denen die Buchstaben bestehen, durch einströmende Luft aus der Oberfläche herausgedrückt. Der an einem Finger getragene Braille-Generator wird mit einem Smartphone und einer Pneumatikeinheit gekoppelt. Wird Text über das Telefon übertragen, füllen sich Teile des Wearables mit Luft, wodurch es sich verformt und Braille-Buchstaben erzeugt, sodass eine blinde Person den Text ertasten kann.

Damit das Gerät funktioniert, mussten die Forscher die Steifigkeit des Harzes variieren, damit es sich unterschiedlich verformt, wenn Luft in das Gerät gepumpt wird. Das neuentwickelte Photopolymerharz ist etwa auf das 200-Fache dehnbar. Geht der Gradient von weichem zu steiferem Material über, erhöht sich die Zähigkeit um das Zehnfache, heißt es.

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